RUNA URBAN SURVIVAL TIPP 15

©by Tom Schopper 

Urban Survival TIPP 15

„Was mache ich wenn am rettenden Ufer nicht eine warme Decke sondern der Braunbär auf mich wartet? Teil 2“.

 

Unser Endzeitszenario spielt in der Zukunft, in dieser haben durch Anfütterungen und auch Dank der enthemmten Lebensmittelwegwerfgesellschaft die Bären (Braunbären) ihre natürliche Scheu vor dem Menschen teilweise abgelegt.

Im Normalfall wird dir bei deinen Wanderungen niemals der Braunbär begegnen. Falls du trotzdem einmal das unerwartete Vergnügen haben solltest, musst du hektische Bewegungen vermeiden. Ist der Bär noch weit entfernt ziehe dich langsam zurück, vermeide laufen und Bewegungen welche der Bär als Bedrohung empfinden könnte. Gehe am besten langsam rückwärts und sprich mit ruhiger Stimme laut. Es geht in dieser Übung nicht um das richtige vortragen von Schillers Glocke, sondern darum, dass du nicht ängstlich reagierst und Bruder Bär Zeit genug zum Abhauen bekommt. Ja, abhauen, denn zumeist sind die Hosen des Wanderers ebenso voll wie die des Bären. Daher schmeiße weder Steine noch Ähnliches auf ihn. Unterdrücke ebenso das adrenalingesteuerte Verlangen nach einem Selfie, Schnappschuss oder das Twittern dieses Ereignisses. Sich groß machen hilft nur bei Elchen und Eichhörnchen. Davonlaufen bringt, außer, dass dem Bären der Jagdinstinkt durchgeht, nichts. Bruder Bär rennt dreimal so schnell, ist zehnmal so ausdauernd, schwimmt und klettert schneller als du auf EPO. Kurzum, wenn Kollege Braunbär richtig böse auf dich wird hilft nur mehr das Totstellen. Das heißt, dass du dich auf den Bauch legst, die Hände am Nacken verschränkst und ruhig liegenbleibst. Im Idealfall erkennt der Bär, dass du keine Gefahr darstellst und lässt ab von dir. Wenn er aber hungrig ist und die Scheu vor dem Menschen auch kulinarisch abgelegt hat, dann … ja, dann haste dir vor deinem Vergehen das Davonlaufen erspart.

Gesichtsfeld ist beim Bären nicht besonders gut ausgeprägt, ebenso der Gehörsinn. Was aber Bären wirklich gut können ist Riechen. Darum richten sich Bären oft auf um so den Geruch des Umfeldes besser wahrzunehmen. Interpretiere es nicht als Angriff, gehe weiter langsam und ruhig, mit dem Gesicht zum Bären gewandt, zurück. Wenn du durch besonderes Pech genau zwischen Bärin und Junges auftauchst, dann ziehe dich sofort langsam und besonnen von beiden zurück. Mutter Bär wird mit Gesten ziemlich auszucken, leise wird sie dabei auch nicht unbedingt sein und wahrscheinlich einen Scheinangriff starten, aber egal was kommt … ziehe dich ruhig und vor allem langsam zurück. Keine Hände heben und keine Fotos!

Jetzt weißt du warum du im Survivalrucksack immer eine Reserveunterhose mitführen solltest.

 

Wie geht eigentlich Chris G. mit dieser Herausforderung in unserer Endzeit-Survivalgeschichte um?

Was vorher geschah steht hier —> HIER.

 

 

So:

 

Der Schatten der von oben auf ihn zukam bemerkte er nur aus seinen Augenwinkeln, den schweren Einschlag eines weichen, warmen, pelzigen Körpers, der ihn von den Beinen riss, dass er fast wieder in den reißenden Gebirgsfluss gefallen wäre, spürte er dafür umso mehr. Benommen blieb er auf dem Rücken liegen und starrte auf den kleinen Braunbären der sich kopfschüttelnd aufrichtete.

Brumm wurde schlecht vor Angst um ihren Sohn, geschockt starrte sie auf den Menschling. Oh, Friss, mein Junge. Dachte sie, während sie allen Mut der ihr von der großen Bärengöttin gegeben war, zusammennahm und mit ihrer tiefsten und bösesten Stimme den Menschling anbrüllte: „Schleich di. Putz di damischer Depp!“, aber der Menschling schien sie nicht zu verstehen, so tat sie was alle Mütter in dieser Lage tun. Sie stürzte sich den Abhang hinab um ihren einzigen Sohn beizustehen. „Friss mein Junge, bleib! Ich rette dich“, brüllte sie dabei.

Chris hörte die Bärin brüllen, er konnte sogar ihren schlechten Atem riechen und ihm wurde schlecht vor Angst. Er drehte sich auf den Bauch und legte seine Arme um seinen Kopf, sodass er das Gebrülle weniger hören konnte. Der Herzschlag pochte tief in seinem Kopf, der Atem stoßweise, die Finger taub vor Kälte, so verlor er sein Bewusstsein.

Brumm rutschte auf ihren breiten Hintern den Abhang hinab, stieß ihren Sohn leicht zur Seite und knurrte mit ängstlicher Stimme: „Schleich di. Wennst mein Sohn weiter Angst machst beiß i dir das Zumpferl ab!“, aber der Menschling schien sie nicht zu verstehen. Regungslos blieb er liegen. Dies nahm Brumm etwas die Angst, aber um genau abzuchecken ob noch weitere Bedrohungen von anderen Menschlingen zu erwarten waren, richtete sich Brumm auf. Ihre Geruchsrezeptoren registrierten alles, auch, dass der Menschling nicht nach Gefahr roch. Sie kam wieder auf allen Vieren zu stehen, ging näher auf Chris zu und schnupperte genauer an ihm. Sie zeigte hierbei keinerlei aggressives Verhalten und als sie den Routinecheck beendet hatte, brummte sie ihren Sohn an, der sich näher an seine Mutter geschlichen hatte um ebenfalls das seltsame Wesen zu begutachten. „Gehst weg!“, fuhr sie ihn an. „Wenn der aufsteht und dich beißt. Das ist zu gefährlich …“, sie hielt mit dem Schnuppern inne, wandte sich ihrem Sohn zu und brüllte ihn direkt an: „Wegen deinem Übermut sind wir in diese Lage gekommen. Hast du dir schon überlegt wie wir wieder die sandige Böschung hinaufkommen sollen? Und weg gehst jetzt Rotzbub!“.

Friss war angefressen, nie durfte er Spaß haben, immer nur das tun was Mama tat erfrischte ihn in seinem jugendlichen Übermut selten. Seit Papa in einer Frühjahrslawine zermahlen wurde, war Mama sehr übervorsorglich. Irgendwann musste er endlich auf seinen eigenen Beinen stehen, so knurrte er eingeschnappt und schlich sich weg von Mama und dem seltsamen Wesen um einen bequemen Aufstieg zu finden.

Chris kam wieder langsam zu sich, das Erste was er wahrnahm war das Knurren zweier Bärenmonster. Dann wurde es wieder schwarz um ihn.

Brumm sah ihren Sohn traurig nach. Es war nur mehr eine Frage von ein oder zwei Winterschlafzyklen bis Friss eigenständig geworden war und sie nicht mehr zum Überleben benötigte. Sie schüttelte sich um die düsteren Zukunftsvisionen aus ihrem pelzigen Kopf zu bekommen. „Ja, die Kinder. Immer nur Sorgen aber was verstehst du scho davon?“, knurrte sie Chris an, von dem sie jetzt sicher war, dass er keinerlei Gefahr für Friss darstellte, dann wandte sie sich ab und lief hinter ihrem Sohn her, der für ihre Begriffe viel zu nah am Wasser umhertollte.

 

 

Schön muss man nicht sein, nur Glück haben.

Wird Chris G. noch etwas in seinem Leben weiterbringen oder wars das schon? Erfährt ihr in den kommenden Geschichten der RUST.

  

Hard Facts:

In unseren Wäldern (Mitteleuropa) leben folgende scheue Raubtiere deren Ruf gefährlicher als die Realität ist: Braunbär, Luchs und Wolf.

Wirklich gefährlich sind Hunderudel, Elche und zornige Wildschweine.

  

FAQ:

 Warum wurde Chris so schnell ohnmächtig?

Bei Unterkühlungen kann es bei Lagerung der Extremitäten über Kopfniveau zum Bergungstod kommen. In Chris` Fall zur Ohnmacht.

 

Haben Bären wirklich Angst vor uns?

Ja.
Hätte ich ehrlich gesagt auch.

  

Hätte ein Bärenspray Chris geholfen?

In dieser Situation nicht. Wenn der Bär keinen Fluchtweg hat, greift er an und gegen eine durchgeknallte Mutter hilft kein Spray der Welt.

 

Und mit einer Waffe?

Töten ist kein Ausweg. Hier würde dir wirklich nur Kaliber 50 etwas bringen, aber bereits im Fluss hätte das Gewicht der Waffe zu deinem Ertrinkungstod geführt.

 

Warum muss ich auf dem Bauch liegen und die Hände in den Nacken legen, ich bin ja nicht bei der Airport Kontrolle?

So sind deine wichtigen Weichteile wie Bauch, Kehle, Gesicht und Eier geschützt, und über die verletzlichste Stelle, den Nacken, hast du deine Arme verschränkt. Bären brechen gerne den Brustkorb auf um an die für sie leckeren Innereien zu kommen.

 

Hätte Chris G. nicht wieder in den Fluss springen können um sich so aus dem Gefahrenbereich zu bewegen?

Was stand in den letzten Wildwassertipps? Du hast 2-3 Minuten um aus dem kalten Wasser zu kommen, jetzt wieder hineinzuspringen wäre dein hundertprozentiger Tod. Da sind deine Chancen beim Todstellen besser.

 

Sind Bären wirklich so schreckhaft?

Sie laufen auf keinen Fall mit dem Tötungsgedanken an die Menschheit durch die Gegend. Zumeist suchen sie Ruhe, Beeren, Wurzeln, Gräser und auch Blätter. Fisch, Schafe, Hühner und Rotwild nimmt er nicht dauernd zu sich. Menschen frisst er nicht … und die meisten Bären wissen das auch.

Werden wir Bären in den RUST noch öfters begegnen?

Nein, denn wir widmen uns den wirklichen Gefahren … deinem Unwissen.

  

„Wie finde ich Norden auf meiner analogen Uhr?“ und „warum brennt das Feuer nicht?“, gibt es demnächst in diesem Theater.

 

Ich hoffe gut unterhalten zu haben.

Es wäre mir auch eine große Freude wenn du mir lesetechnisch treu bleibst.
Weiterempfehlungen, aber auch Kommentare erhellen nicht nur die Dunkelheit meiner Depri sondern helfen mir auch in der Entwicklung.
Stöber und erforsche die große RUNA Welt, in die ich dich herzlich einlade.
Hab ein glückliches Leben, Kind der Sonne.
Tom S. aus W.

 

Advertisements

2 Gedanken zu “RUNA URBAN SURVIVAL TIPP 15

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s