Wo ist Norden?

 

„Wie finde ich Norden auf meiner analogen Uhr?“

©by Tom Schopper

Mit diesem Trick kannst du nicht nur deinen Nachwuchs begeistern sondern dir auch ein hoffnungsloses Verirren in der Endzeit ersparen. Auf der nördlichen Erdhalbkugel funktioniert das wie weiter unten erklärt.
Warum auf der nördlichen?
Weil die Sonne nur am Äquator direkt über der Erde steht, wir im Norden sehen die Sonne südlich stehen. Das heißt, zu Mittag wird dein Mittagsschatten direkt nach Norden weisen und zu keiner Tageszeit zeigt dein Schatten nach Süden.

„Cool, da brauch ich ja keine analoge Uhr dazu!“, wenn du dies jetzt vor Entzücken ausgerufen hast, dann bist du Kandidat für Verirren und Verhungern im Wald, deshalb solltest du unseren heutigen RUST besonderes Augenmerk widmen. Denn was machst du in den Morgen- und Abendstunden? Auf den kommenden Mittag warten?

Darum nehme eine analoge Armbanduhr (jede tragbare Uhr mit Zeigern), richte den Stundenzeiger auf die Sonne aus. Vergiss nie bei Sommerzeit eine Stunde wieder zurückzustellen, denn die normale Zeit ist die Winterzeit. Nimm den halben Weg des Stundenzeigers zur 12 (rückwärts), nun hast du Norden. Eigentlich ganz einfach wenn man weiß wie es geht.

Automatische Uhren sind für den Survivalgebrauch batteriebetriebenen Zeitmessern vorzuziehen. Aufziehen solltest du nicht vergessen dann kannst du sie noch verwenden wenn die Batterien der anderen schon längst entleert sind.

 

Nun trägst du das Wissen in dir um mit einer analogen Armbanduhr und der Sonne Norden zu finden.

Jetzt greifen wir weiter nach den Sternen in diesem Fall unserer Sonne. Durch die Erdrotation bedingt steht sie am Morgen im Osten und verschwindet abends im Westen aus unserem Blickfeld.

Wenn du mitten im Wald herumirrst, dichter Nebel weitere Sicht verhindert und schwerer Regen dich total einnässt, dann bringt es auch wenig stundenlang in den dunklen Himmel zu starren, um den wahrscheinlichen Aufenthaltsort des zentralen Gestirns zu ermitteln, während es dir in den Kragen regnet. Hier solltest du die Stämme der Bäume genauer betrachten. Am besten Stämme von freistehenden Bäumen. Dort wirst du entdecken, dass immer auf einer Seite mehr Moos oder Flechten vorhanden sind. Das ist Norden. Die Methode ist im Vergleich zur Sternenorientierung ungenau.

Besser kannst du in dieser Situation ohne Hilfsmittel nicht die Himmelsrichtungen bestimmen. Im Winter, besonders im Frühjahr, siehst du anhand von Schneeverwehungen oder –Haufen wo sich Süden in etwa befindet. Da die südliche Seite direkter von den Sonnenstrahlen getroffen wird, schmilzt auch dort der Schnee schneller.

Die Baumstamm- und Schneemethode sind Werkzeuge um ungefähr Norden bzw. Süden zu ermitteln. Sie sind keinesfalls Werkzeuge für dauerhaftes Navigieren. Im Worst case wird nach drei Tagen deine Marschrichtung nicht Norden sondern Nordwesten sein.

 

FAQ

 

Hast du die magnetische Nadel, welche auf einem im Wasser schwimmenden Korken liegt und somit exakt nach Norden zeigt absichtlich vergessen?

Ja.


Warum?

Versuch dir einmal diese Methode bei satten Minusgraden oder einem Unwetter vorzustellen. Wind und Wetter nehmen stärker Einfluss auf deine schwimmende Nadel als das Magnetfeld unseres Planeten. Das geht für den Laien nur bei optimalen Bedingungen. Da gibt es keinen Frost, keinen Sturm und keinen Regen, nur Sonnenschein. Oh, die Sonne.

 

Zeigt das Moos an Bäumen immer nach Norden? Woher weiß das Moos das?

Moos und Flechten brauchen viel Feuchtigkeit. Niederschläge kommen bei uns in Mitteleuropa zumeist von Nord bis Nordwest.

 

Kann ich da jeden Baum dazu nehmen?

Idealerweise alleinstehende Bäume, welche dem Wetter ganz ausgesetzt sind.

 

Und wenn ich da keine eindeutige Richtung feststellen kann?

Sieh an höheren Bäumen hinauf. Auf der Nordseite sind, durch die Wetterausgesetztheit im Allgemeinen weniger Äste.

Bei Baumstümpfen (am besten frisch geschnitten) siehst du an den Jahresringen wo durch Sonnenbestrahlung die Jahresringe breiter wurden.

Faustregel: Dorthin, wo die Sonne scheint wächst alles schneller und diese Strahlen kommen bei uns in Europa immer aus der südlichen Hemisphäre.

Jetzt kannst du alle Ergebnisse zu deiner Entscheidungsfindung hinzuziehen.

 

Gibt es noch eine weitere Methode?

Ameisen brauchen es warm und trocken, daher bauen sie ihre Nester (sichtbar durch Ameisenhügel) an der Südseite von schützenden Baumstämmen. Diese Methode ist ebenso ungenau wie Moose und ungleichmäßiger Wuchs.

Es ist wie bei einer guten Recherche: Viele unterschiedliche Quellen führen zum Strom der Wahrheit.

 

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