Warnung vor dem Regenbogen

Frage an den Outdoor-Autor: „Färben mich kleine und tief hängende Regenbogen ein, wenn ich da durchgehe?“

Antwort: „Kommt darauf an was du geraucht hast“.

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Leseprobe aus ….

 

NACHTJÄGER

©Tom Schopper

Ein Roman aus der RedTroll Serie

Einleitung und was es mit der Zahl 5 auf sich hat.

 Fünf war eigentlich eine gute Zahl.

Aber wie jede gute Zahl war auch diese Fünf reine Sichtweise. Fünf auf dem Weg zur ersten Million war ein kleiner Schritt, dies musste auch jedem klar sein der einmal Millionär werden wollte. Fünf Finger an einer Hand waren normal und auch kein Grund sich besonders darüber zu erfreuen, außer man war ein Nepulukaner, die, wie man auf der anderen Seite des Kosmos wusste, mit acht Fingern zur Welt kamen. Die Fünf mit der unsere Geschichte beginnt waren auf der Erde beheimatet, genauer gesagt in Europa und noch genauer im Jahre 2020 in der Stadt an der grauen Donau, die manche liebevoll Wien nannten. Vieles hatte sich in den letzten Jahren verändert, aber die Fünf war für Pierre, Brisamen, Norbert, Martin und dem Ältesten, Herrn Hinkel, eine wahrlich gute Zahl. Besonders gegen 23 Uhr in einem kleinen umgebauten Kellerlokal das jeden 8. im Monat als Vereinslokal herhalten musste. Normalerweise waren um diese Zeit nur noch zwei bis drei Aktivisten anwesend, beziehungsweise soweit nüchtern, dass man sie geradewegs als körperlich und psychisch anwesend bezeichnen konnte.
Da diese Fünf eine gute Zahl war, wollen wir sie nicht nur der Form halber vorstellen, sondern auch so richtig hochleben lassen, denn Fünf hatte es um diese Zeit schon lange nicht mehr gegeben.
Pierre war ein 22 jähriger belgischer Austauschstudent, den man schlicht vergessen hatte wieder zurückzutauschen.
Brisamen, ein norwegischer Rumtreiber hatte mit seinen 16 Jahren noch jede Menge Rumtreiberei vor sich, wenn er sich nicht gerade auf den Weg machte seine letzten Gehirnzellen wegzusaufen.
Martin, war mit seinen 18 Jahren einige Schritte weiter als Brisamen und schon bei synthetischen Drogen gelandet, die sein Gehirn zwar nicht mehr wieder herstellen konnten, aber trotzdem bunte Farben und seltsame Stimmen für ihn vorbereitet hatten.
Norbert, ja Norbert war mit seinen 46 Jahren die Mischung aus alldem und noch viel mehr. Zumeist trank er nur Sozialbier das es überall gab und nur einem Schritt über der Pisse eines alkoholkranken Fiakerpferdes stand, aber wahrscheinlich genauso schmeckte. Wenn Norbert nicht gerade abenteuerliche Geschichten aus seinem Leben erzählte, wobei man sich fragte was Norbert schon so erlebt hatte, so versoffen wie er aussah, organisierte Norbert alles Mögliche was die Gruppe so brauchte. Die Jungen sahen Norbert als väterliche Figur an und man … aber lassen wir das jetzt, denn wir kommen zum Letzten der legendären Fünf, die an diesem Sommertag im Juni noch beisammen saßen, dem Boss der Bosse, dem großen Vortragenden, der Leitfigur, dem Gründer der Aktionsgruppe 88 Wien Süd, Herrn Hinkel.
Herr Hinkel, wie er liebevoll von der Gruppe genannt wurde, auch von den acht weiteren Vereinsmitgliedern die es vorgezogen hatten ihren Rausch daheim, oder was sie daheim nannten, auszuschlafen, statt besoffen über die Neuordnung der Welt zu … hyperventilieren.
Herr Hinkel war mit seinen 52 das Urgestein des Vereins. Eigentlich hieß Herr Hinkel irgendwie anders, aber ihm gefiel der Name den er von einem Deutschen bekommen hatte. Wann, das wusste er nicht mehr so genau, aber es musste die Zeit der ersten Flüchtlingswelle gewesen sein, als er auf Twitter zum ersten Mal mit diesem Namen bezeichnet wurde. Er gefiel ihm sehr und besonders als er nachdem er seinem Namensgeber durch verbale Motivation entlockt hatte, dass es der große Charlie Chaplin gewesen war, der diesen Namen in einem Film über große Führungskunst verwendet hatte, hatte Herr Hinkel grunzend vor Freude beschlossen sich fortan nach dem großen Chaplin zu benennen. Wer Charlie Chaplin gewesen war, das war doch scheißegal. Ein Namen aus einem großen Film. Das hatte was und klang hundertmal besser als Michael Novaczek. Alleine die Initialen ließen Herrn Hinkel, auch heute noch, vor Freude grunzen und es gab kaum einen Gegenstand den er im Vereinskellerlokal nicht damit verziert hatte. Mit diesem Tick hatte er auch vor wenigen Wochen das letzte weibliche Mitglied verschreckt, denn Herr Hinkel hatte kundgetan, dass er es sehr ansprechend und respektvoll finden würde wenn sich Magda sein Initial übers Genital tätowieren würde. Nun waren sie eine eingeschworene Männergesellschaft, denn um ehrlich zu sein, wer braucht schon störende Frauen in der Vereinsrunde? Sie hatten einen Geschirrspüler, Brisamen, als Novize brachte alles was ihm aufgetragen wurde und Norberts dummes Rumgegrunze hatte auch ein Ende und er konnte sich wieder aufs Wesentliche konzentrieren, das Retten der Rasse und der Welt sowieso. Und Magdas rotes Haar störte seit ehher seine Vorstellung vom arischen Weib, jedes Mal wenn Herr Hinkel sie betrachtete dachte er, dass er eine Irin vor sich hatte. Irisches Bier, ja, aber sich jedes Mal erklären zu müssen, sicher nicht.

                Jetzt wissen wir warum Fünf in diesem Fall eine gute Zahl war.

Hoffe mit der kurzen Leseprobe gut unterhalten zu haben. Wie es weitergeht gibt es … 2017 im Buchhandel zu kaufen.

Denn von irgendetwas muss auch ein Geschichtenerzähler leben. 
Euer Tom S. aus W.

 

Wo ist Norden?

 

„Wie finde ich Norden auf meiner analogen Uhr?“

©by Tom Schopper

Mit diesem Trick kannst du nicht nur deinen Nachwuchs begeistern sondern dir auch ein hoffnungsloses Verirren in der Endzeit ersparen. Auf der nördlichen Erdhalbkugel funktioniert das wie weiter unten erklärt.
Warum auf der nördlichen?
Weil die Sonne nur am Äquator direkt über der Erde steht, wir im Norden sehen die Sonne südlich stehen. Das heißt, zu Mittag wird dein Mittagsschatten direkt nach Norden weisen und zu keiner Tageszeit zeigt dein Schatten nach Süden.

„Cool, da brauch ich ja keine analoge Uhr dazu!“, wenn du dies jetzt vor Entzücken ausgerufen hast, dann bist du Kandidat für Verirren und Verhungern im Wald, deshalb solltest du unseren heutigen RUST besonderes Augenmerk widmen. Denn was machst du in den Morgen- und Abendstunden? Auf den kommenden Mittag warten?

Darum nehme eine analoge Armbanduhr (jede tragbare Uhr mit Zeigern), richte den Stundenzeiger auf die Sonne aus. Vergiss nie bei Sommerzeit eine Stunde wieder zurückzustellen, denn die normale Zeit ist die Winterzeit. Nimm den halben Weg des Stundenzeigers zur 12 (rückwärts), nun hast du Norden. Eigentlich ganz einfach wenn man weiß wie es geht.

Automatische Uhren sind für den Survivalgebrauch batteriebetriebenen Zeitmessern vorzuziehen. Aufziehen solltest du nicht vergessen dann kannst du sie noch verwenden wenn die Batterien der anderen schon längst entleert sind.

 

Nun trägst du das Wissen in dir um mit einer analogen Armbanduhr und der Sonne Norden zu finden.

Jetzt greifen wir weiter nach den Sternen in diesem Fall unserer Sonne. Durch die Erdrotation bedingt steht sie am Morgen im Osten und verschwindet abends im Westen aus unserem Blickfeld.

Wenn du mitten im Wald herumirrst, dichter Nebel weitere Sicht verhindert und schwerer Regen dich total einnässt, dann bringt es auch wenig stundenlang in den dunklen Himmel zu starren, um den wahrscheinlichen Aufenthaltsort des zentralen Gestirns zu ermitteln, während es dir in den Kragen regnet. Hier solltest du die Stämme der Bäume genauer betrachten. Am besten Stämme von freistehenden Bäumen. Dort wirst du entdecken, dass immer auf einer Seite mehr Moos oder Flechten vorhanden sind. Das ist Norden. Die Methode ist im Vergleich zur Sternenorientierung ungenau.

Besser kannst du in dieser Situation ohne Hilfsmittel nicht die Himmelsrichtungen bestimmen. Im Winter, besonders im Frühjahr, siehst du anhand von Schneeverwehungen oder –Haufen wo sich Süden in etwa befindet. Da die südliche Seite direkter von den Sonnenstrahlen getroffen wird, schmilzt auch dort der Schnee schneller.

Die Baumstamm- und Schneemethode sind Werkzeuge um ungefähr Norden bzw. Süden zu ermitteln. Sie sind keinesfalls Werkzeuge für dauerhaftes Navigieren. Im Worst case wird nach drei Tagen deine Marschrichtung nicht Norden sondern Nordwesten sein.

 

FAQ

 

Hast du die magnetische Nadel, welche auf einem im Wasser schwimmenden Korken liegt und somit exakt nach Norden zeigt absichtlich vergessen?

Ja.


Warum?

Versuch dir einmal diese Methode bei satten Minusgraden oder einem Unwetter vorzustellen. Wind und Wetter nehmen stärker Einfluss auf deine schwimmende Nadel als das Magnetfeld unseres Planeten. Das geht für den Laien nur bei optimalen Bedingungen. Da gibt es keinen Frost, keinen Sturm und keinen Regen, nur Sonnenschein. Oh, die Sonne.

 

Zeigt das Moos an Bäumen immer nach Norden? Woher weiß das Moos das?

Moos und Flechten brauchen viel Feuchtigkeit. Niederschläge kommen bei uns in Mitteleuropa zumeist von Nord bis Nordwest.

 

Kann ich da jeden Baum dazu nehmen?

Idealerweise alleinstehende Bäume, welche dem Wetter ganz ausgesetzt sind.

 

Und wenn ich da keine eindeutige Richtung feststellen kann?

Sieh an höheren Bäumen hinauf. Auf der Nordseite sind, durch die Wetterausgesetztheit im Allgemeinen weniger Äste.

Bei Baumstümpfen (am besten frisch geschnitten) siehst du an den Jahresringen wo durch Sonnenbestrahlung die Jahresringe breiter wurden.

Faustregel: Dorthin, wo die Sonne scheint wächst alles schneller und diese Strahlen kommen bei uns in Europa immer aus der südlichen Hemisphäre.

Jetzt kannst du alle Ergebnisse zu deiner Entscheidungsfindung hinzuziehen.

 

Gibt es noch eine weitere Methode?

Ameisen brauchen es warm und trocken, daher bauen sie ihre Nester (sichtbar durch Ameisenhügel) an der Südseite von schützenden Baumstämmen. Diese Methode ist ebenso ungenau wie Moose und ungleichmäßiger Wuchs.

Es ist wie bei einer guten Recherche: Viele unterschiedliche Quellen führen zum Strom der Wahrheit.

 

I’ll be there.

Aktueller denn je.
Steinbecks „Früchte des Zorns“.

Ich werde überall sein, wohin du auch blickst.

Wo immer hungernde Menschen um ihr täglich Brot kämpfen … ich werde da sein.
Wo immer ein Polizist einen Mann schlägt … ich werde da sein.
Wo immer einer aufschreit in seinem Zorn … ich werde da sein.
Ich werde auch in der Freude der Kinder sein, die Hunger haben und satt werden.
Ich werde da sein … wenn die Menschen ernten was sie gesät haben.
Wenn sie in den Häusern leben, die sie gebaut haben … ich werde da sein.

Sei Tom Joad … seid alle Tom Joads … und wir werden glücklich sein.

Denken … statt hetzen.
Recherchieren … statt nachbrüllen.
Lieben … statt traurig sein.

RUNA URBAN SURVIVAL TIPP 13

©by Tom Schopper 

Survival TIPP 13

„Hoho, ich lieg im Wildwasser, wie komm ich da wieder raus? Teil II“ und „Funkt das bei Hochwasser auch? Teil I“.

 Wir haben bereits Urban Survival Tipp 13, kann uns das Unglück bescheren?

Wenn du dir diese Frage gestellt hast, dann bist du ein geeigneter Kandidat für unfreiwilliges Schwimmen in einem schnell fließenden Gewässer.

Wenn du, wie zumeist, ganz auf dich alleine gestellt bist, dann werden dir Tipp 12 und deine Schwimmkenntnisse sehr dienlich sein.

Der Faktor Zeit spielt eine große Rolle wenn du ohne Schwimmausrüstung ins Hochwasser gefallen bist. Trägst du einen Rucksack, der dich unter Wasser zieht, trenne dich augenblicklich von ihm und siehe, dass du ans Ufer bzw. ins rettende Kehrwasser kommst. Egal wie wertvoll der Inhalt für dich gewesen ist, nichts ist wertvoller als dein Leben. Auch aus diesem Grund solltest du bei Rettungsmaßnahmen darauf achten, dass schlussendlich nicht du das nächste Opfer bist. Siehe Rettung aus Wehranlagen (Tipp 12).

  

Ein sehr wichtiger TIPP bei Seilrettung durch Helfer aus dem Hoch- und Wildwasser:

         Wenn du das Seil oder den Wurfsack gefangen hast, drehe dich sofort in die passive Schwimmlage (Tipp 12), halte dabei das Seil mit beiden Händen fest an deine Brust gedrückt.

Der Grund dieser selten anmutenden Schwimmlage liegt darin, dass jetzt der enorme Wasserstrahl über dich hinwegzischt und nicht, wie bei normaler Schwimmlage mitten ins flatternde Gesicht. So bekommst du keine Atemluft.
Deine Retter werden sich auch sehr darüber freuen, denn so ziehen ein paar hundert Kilo weniger am Seil.

An dieser Stelle nochmals weil so wichtig: Binde dir niemals das Seil um dich oder deine Hand.

Never ever. Njet. Nada. Nema. Nix. Not.

TIPPs für den noch ungeübten Seilzuwerfer:

Wenn du denkst, dass du die Person welche du retten willst, locker auffangen und an Land ziehen kannst, dann hast du dich geschnitten. In deine Hand auf jeden Fall wenn das Seil brennend durch die Fäuste fetzt.
Also brauchst du im Idealfall Handschuhe, einen festen Stand (Im Idealfall sitzt du und hast deine Beine gut am Boden abgestützt), und freie Sicht auf den weiteren Flussverlauf.
Warum freie Sicht?
Weil du den Schwimmer im Worst Case direkt auf ein gefährliches Hindernis ziehst.
Solche Hindernisse sind tiefe Löcher im Wasser, schwere Walzen, Hindernisse in der Anlandungszone (Baumblockung, scharfkantige Objekte, Syphon, Unterspülungen und Co …).
Ein Idealer Sicherungsaufbau wäre, wenn mehrere Seilretter an idealen Rettungszonen hintereinander stehen.
Bedenke auch, dass du dich als Retter ebenfalls gut absichern sollst. Kalkuliere immer ein, dass dich der Bergungsruck stark nach vorne reißen kann und wird. Binde das Seil aber NIEMALS irgendwo fest!!!!!!!!!
Wenn sich das Rettungsseil um den Schwimmer legt, zieht es ihn auf dem Grund und er ersäuft.

Niemals Rettungsseil anbinden gilt auch für den Schwimmer.
Ideal wäre es wenn du das Seil um einen, nicht scharfkantigen festen Pfahl legst (ABER nicht darum, sondern im Winkel von etwa 45 – 90 Grad. Das Seil darf NIEMALS angebunden werden). Baum eignet sich ebenfalls dazu. Die Umlenkung reduziert die Zugkräfte aber bedanke, dass ein harter Ruck, der von dir ausgelöst wird, das Rettungsseil aus den Händen des Schwimmers reißen wird. Darum halte immer Blickkontakt mit dem Schwimmer. Wenn sich das Seil um dessen Körper gewickelt hat kann und wird ihn der Ruck in größte Lebensgefahr bringen.

Es gibt noch weitere Methoden, die kannst du in Kajakvereinen, Raftausbildungen, Rettungsausbildungen etc. in der Praxis erlernen. Das würde ich dir auch sehr nahelegen, aber für den Laien, mit den Ereignissen der letzten Tage konfrontiert, waren die obenerwähnten Tipps gerade richtig. Ersthelfen ja, aber nicht ausgebildeten Ersthelfern im Wege stehen. Sonst kannst du schnell selbst zum Opfer werden.
Selbstsicherung niemals vergessen.
Und hier geht’s zum Haftungsausschluss, der hier sehr wichtig ist.
Klick unbedingt HIER.

PS: Weiter unten geht’s mehr um andere Dinge, wie alpines Notsignal und Handy wasserdicht machen etc. .
Passt gut auf euch auf Kinder der Sonne.

 

 

 

 

 

 

Jetzt wieder zurück zu Zeit und zu den Ereignissen welche darin geschehen können. Als Pechvogel bist du es ja bereits gewöhnt, dass dramatische Ereignisse nicht, so wie in den Filmen aus Hollywood, mit Harfenmusik und in slow Motion ein rolliges Ende finden, sondern, dass bei dir, in deinem persönlichen Drama grad voll die Post abgeht.

Gerade eben erst bist du hundemüde gewesen und planlos durch den Wald getorkelt, dachtest dir wie ungerecht das Universum zu dir bisher gewesen ist, um mit einem Schlag 5 Meter abzustürzen. Empfangen vom eiskalten Wasser, nur mehr das Blubbern um dich herum, oben und unten vergessend, donnerndes Toben, dann plötzliche Ruhe. Durch die Strömungen gerettet bist du angelandet, mehr keuchend gekrochen als stolz fremdes Ufer betreten, aber dennoch wieder klar bei Sinn um die Kälte zu spüren welche sich langsam durch die Hände zu schleichen beginnt. Mit zittrigen Händen versuchst du dich deiner nasskalten Kleidung zu entledigen. Den letzten Knopf schaffst du nicht mehr und reißt dir das nasse Hemd vom bibbernden Körper. Stehst in dichter Uferböschung, nackt, mit deiner Kleidung um den Arm gelegt und während du dich nach Sonnenstrahlen umsiehst, die deine erste Wärmequelle darstellen, … wenn in genau diesem Moment dein nächster Gedanke: „Hoffentlich sieht mich so keiner“, war, dann haste noch genug Spaßvogelreserven in dir. Wärmt zwar nicht aber lachen schadet nie. Fast nie.

Jetzt wäre Zeit für das Hollywoodende.

Ich höre Stimmen.

 Guten Morgen. Wir sind mitten in meinen UST und nicht beim Happy End eines B-Movies, darum musst du nackig und sofort entscheiden wie es weitergeht, welche Prioritäten gesetzt werden müssen und welche Möglichkeiten es noch gibt.

Hast du deinen Rucksack im Wildwasser verloren, siehst ihn auch nicht mehr und die Topografie macht es unmöglich den weiteren Bachverlauf einzusehen, dann wäre genau jetzt Zeit für Plan B.

 

FAQ:

 

Wie bekomme ich mich gewärmt und meine Klamotten wieder trocken?

Sonnenstrahlung.

 

Feuer. Ja, das schreib ich jetzt so klar, denn wer nach der bisherigen Abfolge der Ereignisse noch imstande ist, nur mit den Hilfsmitteln der Natur (Feuer- und Magnesiumstein, Holzreibetechnik, Sonnenenergie etc.) ein Feuer zu entfachen, der kann es auch kontrollieren, sodass kein Waldbrand daraus entsteht und ich wieder auf den Haftungsausschluss hinweisen muss während mir hundert entfesselte Anwälte die Tagträume rauben.

 

Im Idealfall in Toms Hütte. Wo ich dich mit einem Becher warmen Tees erwarte, dort kannst du mir dann beim knisternden Kaminfeuer erzählen wieviele Rechtschreibfehler du bisher in meinen UST gefunden hast und wir lachen drüber.
Vielleicht.

  

Gibt es einen Plan B?

In normalen Zeiten und/oder wenn du weißt, dass du nicht von feindseligen Menschen umgeben bist ist das Absetzen eines ALPINEN NOTSIGNALS empfehlenswert.

 Wie geht das alpine Notsignal?

Zuerst in meinen Worten dann der Auszug aus Clinton T. Dents genialen Vorschlag der seit 1894 unter alpinen Notsignal bekannt ist.

In meinen Worten:

Schnapp dir etwas das Lärm erzeugt wenn du es gegeneinander schlägst. Ideal wären zwei armdicke, etwa 30 – 40 cm lange Holzstücke oder auch zwei faustgroße Steine. Jetzt kannst du beim Gehen alle zehn Sekunden einmal laut klopfen, das machst du ganze sechs Mal, dann eine Minute Pause … also genauso lange wie du geschlagen hast, dann beginnst du wieder mit dem Klopfen, sechsmal alle zehn Sekunden einmal. Dann lausche auf eine Antwort. Die Antwort besteht aus drei akustischen oder optischen Zeichen in der Minute. Alle 20 Sekunden ein Zeichen, dann ist eine Minute Pause und dann wieder alle 20 Sekunden ein Zeichen in dreimaliger Wiederholung. Wenn du das gehört hast sende erneut das Notzeichen. Lausche gut aus welcher Richtung die Antwort kommt und wie weit das Antwortzeichen entfernt war.

  Dents Kurzform:

Das alpine Notsignal wird optisch und/oder akustisch 6x in der Minute abgesetzt, eine Minute Pause, dann erneut 6x in der Minute.

Die Antwort besteht aus 3 Zeichen in der Minute, eine Minute Pause, dann erneut 3x in der Minute.

 

Das war kurz und knackig formuliert Mr. Dent. Danke.

 

  

Wie mache ich optische und akustische Notzeichen?

Steine und Holzstücke kennst du bereits.

Pfiffe, Rufe, Schüsse, Klatschen, Hupen sind die Top 5 der akustischen Vertreter.

Lichtreflexionen durch Spiegel, reflektierende Metalle. Besonders die Alufolie Tipp 2 eignet sich dafür hervorragend.

Optisch weiters durch winken mit farblich sehr auffälligen Kleidungsstücken.

 

Wenn die Welt in Ordnung ist, alle Systeme funktionieren, wie halte ich mein Handy wasserdicht damit ich einen Notruf damit absetzen kann und wie mach ich das?

Vorab ein TIPP fürs selbst gemachte wasserdichte Handy:

Nimm ein älteres Handy, ohne Touchscreen und Klappe, packe es in ein unbefeuchtetes Kondom, mach einen Knopf hinein und du hast jetzt ein absolut wasserdichtes, schwimmfähiges Kommunikationsgerät. Durch den dünnen Gummi hörst du sehr gut und wirst auch supermäßig verstanden. Sieht etwas gewöhnungsbedürftig aus … aber es geht um Überleben, nicht um Styling.

 

NOTRUF kannst du auch OHNE SIM-Card absetzen, und das geht so —> Das Handy ausschalten, gleich wieder einschalten bei der PIN Aufforderung 112 eingeben und SOFORT auf anrufen drücken. Der abgesetzte Notruf geht jetzt über alle Netze. Mit SIM-Card kannst du gleich 112 (Euronotruf) anwählen. Weitere Notrufnummern (Österreich): 140 Notruf für alpine Notfälle und 144 (Österreich) für medizinische Notfälle.

Je nach Netzanbieter gibt es Nummern wenn du an diese ein SMS sendest bekommst du deine GPS Koordinaten zugesendet.

 

 

Wie sieht Plan C aus?

Halte dich in Bewegung.

Das gilt ausschließlich!!!! wenn du komplett auf dich alleine gestellt bist und wirklich keine andere Wahl hast als dich selbst zu retten. Bei Bewegung bei starker Unterkühlung besteht die begründete Gefahr des Bergungstodes!

Lagere bei starker Unterkühlung die Extremitäten niemals über Kopfnivau.

 

Zieh dir auf keinen Fall die nassen Klamotten wieder an, denn die Verdunstungskälte kühlt deinen bereits unterkühlten Körper noch zusätzlich. Bleib solange in Bewegung bis du einen Zufluchtsort gefunden hast. Sprich, andere Menschen. Mache auf dich aufmerksam wenn du dich fremden Gebäuden näherst, denn nichts bringt einen friedlichen Menschen besser auf Berserkerstatus als eine Spontanselbsteinladung die nach nur einem Klopfen in der Stube steht. In deinem Fall nackig.

Hierbei kommt es auch auf den Grad des Zivilisation Rückschritts an, der mit dem Zusammenbruch aller Systeme einherging, welcher deine Flucht ausgelöst hat.

Kommst du zu unbekannten Menschen dann kannst du hierbei Hilfe in meinen UST 9 finden, die dieses Thema ansprechen.

 

Das war Plan C?

Ja. Funkt aber nur im Sommer und da auch nur wenn keine Erfrierung vorliegt.

 

 

Das war wieder ein Batzen wichtiger Infos für euch. Besonders die richtige Seilrettung aus dem Hoch- und Wildwasser lege ich euch nochmals ans Herz.

  

Wie geht es in UST 14 weiter:

„Was mache ich wenn am rettenden Ufer nicht eine warme Decke sondern der Braunbär auf mich wartet? Teil 1“

 

Jetzt kommt das Wichtigste:

 

Meine Lieben und diesmal auch die weniger Lieben! Jetzt versuchen wir gemeinsam einmal ernst zu bleiben. Nehmt euch zwei Minuten zum Durchlesen, sonst könnt ihr euch vermutlich noch Weh tun.

HAFTUNGSAUSSCHLUSS:

Weder der Herausgeber, Tom Schopper, RUNA oder RedTroll haften für Verletzungen, Sachbeschädigungen, Taten oder Todesfälle, die bei Ausführung der Urban Survival Tipps entstehen. Ich wiese darauf hin, dass alle Übungen, Vorschläge, Tipps und Anleitungen nur unter Aufsicht von fachkundigen Spezialisten ausgeübt werden sollen. Diese Tipps sind auch für Personen nicht geeignet, welche die Gefahren eines offenen Feuers, Blitzschlages oder Absturzes nicht anerkennen. Ebenso ist dieser kleine Ratgeber nur für Personen ab 18 Jahren geeignet.

Auch haften wir nicht für abgebrochene Fingernägel oder Schnittverletzungen die durch das Papier beim Umblättern verursacht wurden. Falls du über die Straße gehst und diese Tipps oder RUNA gerade liest, dann haften wir auch nicht dafür wenn du in ein Auto hineinläufst. Falls du aus diesen Survival Tipps ein Papierflugzeug bastelst welches: nicht weit genug fliegt; zu weit fliegt, dass es Terroralarm auslöst oder gar nicht fliegt; dann haften wir auch nicht dafür. Liest du RUNA oder diese TIPPS in der S- oder U-Bahn und lernst dadurch deinen neuen Lebensabschnittspartner kennen dann sind wir auch nicht für Folgen wie: Schwangerschaft, Scheidung und Streit verantwortlich. Runa, wäre zum Beispiel ein wunderschöner Mädchenname.

Wir übernehmen auch für Banken, Länder und Spekulanten keinerlei Haftungen. Ihr sieht, es ist gut, dass wir für alles eine Regelung haben … nur wohin hat uns dies geführt?

 

Haftungsausschluss 

in der CHRIS Übersetzung:

Anmerkung: Er ist einer der Hauptprotagonisten aus meinem Endzeitepos. Vorlaut aber gradweg, manchmal auch witzig, aber das solltest du selbst entscheiden:

Jetzt mal ernsthaft. Wenn du wirklich glaubst, dass der Osterhase nur zum Eierlegen da ist, dann hast du vollkommen recht, wird dir aber nix nützen wenn du den Wald anzündest in dem du dich gerade befindest, weil du statt einer Handvoll Zunder ein Osterfeuer entfacht hast und dich jetzt wunderst warum es plötzlich überall so warm wird. Den besten Ausdruck entwickelt dein Gesicht wenn du mit einem Taschenmesser einen Ast in stundenlanger Handarbeit absägst um dann festzustellen, dass dieser Ast den Baum vor dem weiteren Wegrollen getragen hatte. Seltsamerweise befindest du dich bei dieser unglaublichen Erkenntnis immer vor dem Baum. Hierbei sollten deine letzten Worte nicht: „Den Schopper verklag ich!“, sondern: „Oh, hätt ich bloß besser nachgedacht“, sein. Wenn du nicht checkst, dass auch kein noch so guter Gedanke das Wildwasser stoppen kann in dem du dich gerade befindest, weil du nachsehen wolltest wie kalt das Wasser ist. Dann helfen keine noch so guten Warnungen, Haftungsausschlüsse und sonst irgendeine AGB, auch keine Götter oder Zauberwesen. Du bist alleine mit deinem Schicksal, aber zur Freude aller hat dir Mutter Natur ein Hirn zum Benutzen mitgegeben. Falls du, und das nehme ich mal hoffnungsvoll an, ein kluger Mensch und leider mit der Natur und den Ereignissen in ebensolcher total überfordert bist, dann würde ich raten dich einer guten Gruppe mit erfahrenen Outdoor-Spezialisten anzuschließen. Jetzt zum Thema bei dem die meisten Unfälle passieren. Das Üben. Das alte Sprichwort: „Kein Meister ist vom Himmel gefallen“, musst du nicht unbedingt hochalpin Nachspielen. Beginne mit Wanderungen, idealerweise mit einem Wanderführer der sich wirklich auskennt. Wenn du direkt vom Sofa aus, welches du in jahrelanger Depression kaputtgelegen hast, auf eine 10 Kilometer lange Expedition mit 300 Hm aufbrichst, wird es dir, deinem Herz und speziell deinen Thromben nicht unbedingt gut tun. Beginne klein und steigere dich langsam. Wenn du während des Gehens noch reden kannst, hast du noch Reserven und bevor du jetzt jubilierend die Hausschuhe verlierst, vergiss niemals, dass du den Weg auch wieder zurückgehen musst.

Übungen mit dem Messer sollst du auf keinen Fall hemmungslos ausleben und dabei den kompletten Jungwald für eine wasserdichte Behausung umlegen. Es gelten Naturschutzgesetze und Eigentumsrechte. Darum ist Vorabinformation sehr wichtig. Es ist daher wirklich wichtig, dass du immer mit erfahrenen Guides übst, im Idealfall wissen sie gut über bestehende Gesetze und den logischen Menschenverstand bescheid.

Letzter Ratschlag: Wenn du zu einem Unfall als Erstretter hinzukommst, dann hilft dem Verletzten nicht, wenn du ihm juristisch einwandfreie AGBs und Haftungsausschlüsse aufs Gesicht legst sondern eine gute Erste Hilfe Ausbildung. Damit kannst du heute schon beginnen, Rote Kreuz, Samariterbund etc. bieten solche Lehrgänge an. Leistbar sind sie auch, also gibt’s auch da kein Herausreden auf Andere.

So, das wars fürs heute.

 

Kind der Sonne, achte bitte gut auf dich.

 

 

 

 

RUNA URBAN SURVIVAL TIPP 15

©by Tom Schopper 

Urban Survival TIPP 15

„Was mache ich wenn am rettenden Ufer nicht eine warme Decke sondern der Braunbär auf mich wartet? Teil 2“.

 

Unser Endzeitszenario spielt in der Zukunft, in dieser haben durch Anfütterungen und auch Dank der enthemmten Lebensmittelwegwerfgesellschaft die Bären (Braunbären) ihre natürliche Scheu vor dem Menschen teilweise abgelegt.

Im Normalfall wird dir bei deinen Wanderungen niemals der Braunbär begegnen. Falls du trotzdem einmal das unerwartete Vergnügen haben solltest, musst du hektische Bewegungen vermeiden. Ist der Bär noch weit entfernt ziehe dich langsam zurück, vermeide laufen und Bewegungen welche der Bär als Bedrohung empfinden könnte. Gehe am besten langsam rückwärts und sprich mit ruhiger Stimme laut. Es geht in dieser Übung nicht um das richtige vortragen von Schillers Glocke, sondern darum, dass du nicht ängstlich reagierst und Bruder Bär Zeit genug zum Abhauen bekommt. Ja, abhauen, denn zumeist sind die Hosen des Wanderers ebenso voll wie die des Bären. Daher schmeiße weder Steine noch Ähnliches auf ihn. Unterdrücke ebenso das adrenalingesteuerte Verlangen nach einem Selfie, Schnappschuss oder das Twittern dieses Ereignisses. Sich groß machen hilft nur bei Elchen und Eichhörnchen. Davonlaufen bringt, außer, dass dem Bären der Jagdinstinkt durchgeht, nichts. Bruder Bär rennt dreimal so schnell, ist zehnmal so ausdauernd, schwimmt und klettert schneller als du auf EPO. Kurzum, wenn Kollege Braunbär richtig böse auf dich wird hilft nur mehr das Totstellen. Das heißt, dass du dich auf den Bauch legst, die Hände am Nacken verschränkst und ruhig liegenbleibst. Im Idealfall erkennt der Bär, dass du keine Gefahr darstellst und lässt ab von dir. Wenn er aber hungrig ist und die Scheu vor dem Menschen auch kulinarisch abgelegt hat, dann … ja, dann haste dir vor deinem Vergehen das Davonlaufen erspart.

Gesichtsfeld ist beim Bären nicht besonders gut ausgeprägt, ebenso der Gehörsinn. Was aber Bären wirklich gut können ist Riechen. Darum richten sich Bären oft auf um so den Geruch des Umfeldes besser wahrzunehmen. Interpretiere es nicht als Angriff, gehe weiter langsam und ruhig, mit dem Gesicht zum Bären gewandt, zurück. Wenn du durch besonderes Pech genau zwischen Bärin und Junges auftauchst, dann ziehe dich sofort langsam und besonnen von beiden zurück. Mutter Bär wird mit Gesten ziemlich auszucken, leise wird sie dabei auch nicht unbedingt sein und wahrscheinlich einen Scheinangriff starten, aber egal was kommt … ziehe dich ruhig und vor allem langsam zurück. Keine Hände heben und keine Fotos!

Jetzt weißt du warum du im Survivalrucksack immer eine Reserveunterhose mitführen solltest.

 

Wie geht eigentlich Chris G. mit dieser Herausforderung in unserer Endzeit-Survivalgeschichte um?

Was vorher geschah steht hier —> HIER.

 

 

So:

 

Der Schatten der von oben auf ihn zukam bemerkte er nur aus seinen Augenwinkeln, den schweren Einschlag eines weichen, warmen, pelzigen Körpers, der ihn von den Beinen riss, dass er fast wieder in den reißenden Gebirgsfluss gefallen wäre, spürte er dafür umso mehr. Benommen blieb er auf dem Rücken liegen und starrte auf den kleinen Braunbären der sich kopfschüttelnd aufrichtete.

Brumm wurde schlecht vor Angst um ihren Sohn, geschockt starrte sie auf den Menschling. Oh, Friss, mein Junge. Dachte sie, während sie allen Mut der ihr von der großen Bärengöttin gegeben war, zusammennahm und mit ihrer tiefsten und bösesten Stimme den Menschling anbrüllte: „Schleich di. Putz di damischer Depp!“, aber der Menschling schien sie nicht zu verstehen, so tat sie was alle Mütter in dieser Lage tun. Sie stürzte sich den Abhang hinab um ihren einzigen Sohn beizustehen. „Friss mein Junge, bleib! Ich rette dich“, brüllte sie dabei.

Chris hörte die Bärin brüllen, er konnte sogar ihren schlechten Atem riechen und ihm wurde schlecht vor Angst. Er drehte sich auf den Bauch und legte seine Arme um seinen Kopf, sodass er das Gebrülle weniger hören konnte. Der Herzschlag pochte tief in seinem Kopf, der Atem stoßweise, die Finger taub vor Kälte, so verlor er sein Bewusstsein.

Brumm rutschte auf ihren breiten Hintern den Abhang hinab, stieß ihren Sohn leicht zur Seite und knurrte mit ängstlicher Stimme: „Schleich di. Wennst mein Sohn weiter Angst machst beiß i dir das Zumpferl ab!“, aber der Menschling schien sie nicht zu verstehen. Regungslos blieb er liegen. Dies nahm Brumm etwas die Angst, aber um genau abzuchecken ob noch weitere Bedrohungen von anderen Menschlingen zu erwarten waren, richtete sich Brumm auf. Ihre Geruchsrezeptoren registrierten alles, auch, dass der Menschling nicht nach Gefahr roch. Sie kam wieder auf allen Vieren zu stehen, ging näher auf Chris zu und schnupperte genauer an ihm. Sie zeigte hierbei keinerlei aggressives Verhalten und als sie den Routinecheck beendet hatte, brummte sie ihren Sohn an, der sich näher an seine Mutter geschlichen hatte um ebenfalls das seltsame Wesen zu begutachten. „Gehst weg!“, fuhr sie ihn an. „Wenn der aufsteht und dich beißt. Das ist zu gefährlich …“, sie hielt mit dem Schnuppern inne, wandte sich ihrem Sohn zu und brüllte ihn direkt an: „Wegen deinem Übermut sind wir in diese Lage gekommen. Hast du dir schon überlegt wie wir wieder die sandige Böschung hinaufkommen sollen? Und weg gehst jetzt Rotzbub!“.

Friss war angefressen, nie durfte er Spaß haben, immer nur das tun was Mama tat erfrischte ihn in seinem jugendlichen Übermut selten. Seit Papa in einer Frühjahrslawine zermahlen wurde, war Mama sehr übervorsorglich. Irgendwann musste er endlich auf seinen eigenen Beinen stehen, so knurrte er eingeschnappt und schlich sich weg von Mama und dem seltsamen Wesen um einen bequemen Aufstieg zu finden.

Chris kam wieder langsam zu sich, das Erste was er wahrnahm war das Knurren zweier Bärenmonster. Dann wurde es wieder schwarz um ihn.

Brumm sah ihren Sohn traurig nach. Es war nur mehr eine Frage von ein oder zwei Winterschlafzyklen bis Friss eigenständig geworden war und sie nicht mehr zum Überleben benötigte. Sie schüttelte sich um die düsteren Zukunftsvisionen aus ihrem pelzigen Kopf zu bekommen. „Ja, die Kinder. Immer nur Sorgen aber was verstehst du scho davon?“, knurrte sie Chris an, von dem sie jetzt sicher war, dass er keinerlei Gefahr für Friss darstellte, dann wandte sie sich ab und lief hinter ihrem Sohn her, der für ihre Begriffe viel zu nah am Wasser umhertollte.

 

 

Schön muss man nicht sein, nur Glück haben.

Wird Chris G. noch etwas in seinem Leben weiterbringen oder wars das schon? Erfährt ihr in den kommenden Geschichten der RUST.

  

Hard Facts:

In unseren Wäldern (Mitteleuropa) leben folgende scheue Raubtiere deren Ruf gefährlicher als die Realität ist: Braunbär, Luchs und Wolf.

Wirklich gefährlich sind Hunderudel, Elche und zornige Wildschweine.

  

FAQ:

 Warum wurde Chris so schnell ohnmächtig?

Bei Unterkühlungen kann es bei Lagerung der Extremitäten über Kopfniveau zum Bergungstod kommen. In Chris` Fall zur Ohnmacht.

 

Haben Bären wirklich Angst vor uns?

Ja.
Hätte ich ehrlich gesagt auch.

  

Hätte ein Bärenspray Chris geholfen?

In dieser Situation nicht. Wenn der Bär keinen Fluchtweg hat, greift er an und gegen eine durchgeknallte Mutter hilft kein Spray der Welt.

 

Und mit einer Waffe?

Töten ist kein Ausweg. Hier würde dir wirklich nur Kaliber 50 etwas bringen, aber bereits im Fluss hätte das Gewicht der Waffe zu deinem Ertrinkungstod geführt.

 

Warum muss ich auf dem Bauch liegen und die Hände in den Nacken legen, ich bin ja nicht bei der Airport Kontrolle?

So sind deine wichtigen Weichteile wie Bauch, Kehle, Gesicht und Eier geschützt, und über die verletzlichste Stelle, den Nacken, hast du deine Arme verschränkt. Bären brechen gerne den Brustkorb auf um an die für sie leckeren Innereien zu kommen.

 

Hätte Chris G. nicht wieder in den Fluss springen können um sich so aus dem Gefahrenbereich zu bewegen?

Was stand in den letzten Wildwassertipps? Du hast 2-3 Minuten um aus dem kalten Wasser zu kommen, jetzt wieder hineinzuspringen wäre dein hundertprozentiger Tod. Da sind deine Chancen beim Todstellen besser.

 

Sind Bären wirklich so schreckhaft?

Sie laufen auf keinen Fall mit dem Tötungsgedanken an die Menschheit durch die Gegend. Zumeist suchen sie Ruhe, Beeren, Wurzeln, Gräser und auch Blätter. Fisch, Schafe, Hühner und Rotwild nimmt er nicht dauernd zu sich. Menschen frisst er nicht … und die meisten Bären wissen das auch.

Werden wir Bären in den RUST noch öfters begegnen?

Nein, denn wir widmen uns den wirklichen Gefahren … deinem Unwissen.

  

„Wie finde ich Norden auf meiner analogen Uhr?“ und „warum brennt das Feuer nicht?“, gibt es demnächst in diesem Theater.

 

Ich hoffe gut unterhalten zu haben.

Es wäre mir auch eine große Freude wenn du mir lesetechnisch treu bleibst.
Weiterempfehlungen, aber auch Kommentare erhellen nicht nur die Dunkelheit meiner Depri sondern helfen mir auch in der Entwicklung.
Stöber und erforsche die große RUNA Welt, in die ich dich herzlich einlade.
Hab ein glückliches Leben, Kind der Sonne.
Tom S. aus W.

 

Urban-Survival#Tipps. Kann Überleben auch unterhaltsam sein?

 … es muss.

 

©by Tom Schopper 

Survival TIPP 14

„Was mache ich wenn am rettenden Ufer nicht eine warme Decke sondern der Braunbär auf mich wartet? Teil 1“

 

Die Fragen der Untertitel werden immer besser.

Ihr findet den Titel „Wie skurriler geht`s denn noch?“, passender?

Dann lauscht, besser noch liest die nächsten Zeilen mit geballter Aufmerksamkeit.

Die Runa Urban Survival Tipps, basieren auf dem düsteren Endzeitszenario aus RUNA 1. Dort fallen nach einem großen Sonnenflare sämtliche elektronischen Systeme aus. Chaos, Anarchie, Aufstand und Irrsinn kommen mit einem Schlag über eine destabilisierte Welt.

 

Da tat sich tief in mir nicht folgende Frage auf:

“Wer zahlt die ganze Show?“, sondern „Sapperlot. Wie überlebt man eigentlich so ein Worst Case? Wie schreib ich glaubwürdig darüber?“.

Darum sind wir jetzt hier. Du und ich, und lauschen. Lauschen nicht der Nachtigall sondern den Dingen welche dir im absoluten Pechvogelmodus passieren können. Dazu gehören auch Begegnungen mit wilden Tieren. Ihnen wirst du in den weiteren RUST noch öfters begegnen, zumeist gepaart mit weiteren Dramen, wie der Sturz in einen hochwasserführenden Gebirgsbach.

 

Hat der Tom S. aus W. denn keine Struktur in der Thematik?

Um solche Fragen zu vermeiden werde ich die neuen RUST aufbauen wie folgt:

  1. Titel.
  2. Untertitel.
  3. Kurze Einführung.
  4. Kurzgeschichte über das jeweilige Thema. Damit die passenden Bilder des Schicksals in deinem Kopf entstehen.
  5. Hard Facts.
  6. Die allseits beliebten FAQ.
  7. Und nach der Vorankündigung.
  8. Der hochgejubelte Haftungsausschluss. Damit euch nichts passiert und ich gut schlafen kann.

 

Was hier so zackig pseudopreußisch daherkommt wird uns noch viel Freude bereiten. Vorausgesetzt wir haben dieselbe Humorfrequenz. Zwischendurch hämmern Reste eines tief vergrabenen NLP Kurses in mir. Sie brüllen immerfort: „Lade deine Leser endlich ein!“.

Nun denn.

Vor der Einladung eine erfreuliche Meldung:

Der Pechvogel welcher sämtliche Kurzgeschichten aus den RUST durchleben wird ist niemand geringer als der König der Pechvögel aus dem RUNA-epos, Chris T.G. .

So.

Wer jetzt noch anwesend ist wird eingeladen.

 

„Fürchtet euch nicht! Ich komme in guter Absicht!“, rief er laut. Mehr zur eigenen Beruhigung als der eines möglichen Fremden. Möglich deshalb, weil er seit zwei Tagen nicht genug getrunken hatte und sein Gesichtsfeld massiv einengt war. In seiner Welt tanzten die Schatten, irrleuchteten die Lichter und pulsierte der Herzschlag dumpf in den Ohren.

Wie viel er heute schon zurückgelegt hatte wusste er nicht genau, aber er schätzte, dass es sicher nicht mehr als drei Kilometer waren die er seit dem Aufbruch aus dem Nachtlager hinter sich gebracht hatte. Sein Weg war, seit er der Stadt den Rücken gekehrt hatte, nach Westen gerichtet, dort sollte es angeblich noch ein funktionierendes Hilfszentrum geben. Er wusste nicht mehr woher diese letzte Information stammte. Zu schnell hatte sich der Zusammenbruch aller Systeme auf seine Komfortzone ausgewirkt.

Negativ natürlich.

So kam auch der moralische Verfall der Zivilisation keineswegs überraschend für ihn. Er hatte ja jahrelang dieses Szenario angekündigt. Sei es im Freundeskreis oder in den sozialen Medien, überall waren seine Worte gleich: „Bereitet euch auf die letzten Tage vor!“, da sie immer gleich klangen hörte es auch keiner mehr oder wollte es noch hören. Leider hatte er durch die warnende Kreischerei ganz auf seine eigene Vorbereitung vergessen. Am Tag des Zusammenbruchs hatte er schnell das für ihn persönlich Wichtigste hastig eingepackt aber schon am nächsten Tag erfahren müssen, dass die Nylons der Freundin keinerlei Funktion im Wald erfüllen, außer sich vielleicht vor lauter Notgeilheit an der nächsten Birke aufzuknüpfen. Mehr durch fahrlässige Unwissenheit als durch Schicksal geleitet hatte er eine Gruppe von Flüchtigen getroffen welche sich um ein kleines aber warmes Lagerfeuer gesammelt hatte. Die Hoffnung von ihnen mitgenommen zu werden erfüllte sich am nächsten Morgen nicht, denn die Gruppe hatte demokratisch beschlossen diesen derben ungehobelten Menschen nicht aufzunehmen und getrennten Weges weiterzuziehen. Als er der sich schnell entfernenden Gruppe nachsah klopfte ihn deren Anführer aufmunternd auf die Schultern, drückte ihm ein A5 großes dünnes Heft in die Hand und sprach mit eindringlicher Stimme: „Ein wenig zu spät für dich aber vielleicht kannst du dir ein Papierflugzeug daraus basteln“, dann entfernte er sich und ließ ihn mit der Broschüre in der Hand stehen.

„Urban Survival Tipps von Tom Schopper“, stand in großer Schrift über ein düsteres Bild einer verfallenen Stadt gelegt. Wortlos faltete er das Heft in der Mitte zusammen und steckte es sich in die innere Jackentasche seiner teuren Designerlederjacke.

Das war vor wenigen Tagen gewesen. Die unzähligen und vor allem erfolglosen Versuche ein Feuer zu entzünden hatten ihn an seine körperliche Belastungsgrenze geführt, so war er heute völlig durchfroren, mit beginnender Dehydrierung gesegnet und einem knurrenden Magen an einem Birkenstamm gelehnt aufgewacht. Er selbst dachte, dass er nicht einmal fünf Minuten am Stück geschlafen hatte aber es war über eine Stunde gewesen, Zeit genug für ein Rudel wildlebender Hunde ihn genauer aus der sicheren Entfernung zu betrachten. Sie zogen erst weiter als das Alfa-Paar an ihm geschnuppert und beschlossen hatte, dass dieser Mensch zu sehr nach Dunkelheit roch als ein gutes Abendmahl darzustellen.

Er sah die aufgehende Sonne durch die Baumkronen blitzen und mit diesem Kompass der Natur im Rücken begann er wieder langsam nach Westen zu gehen. Gegen Mittag musste er mehrfach Schutz unter dichteren Bäumen suchen denn die Sonne brannte unerbittlich auf ihn herab. Selbst als er sich die Nylons seiner Freundin um den Kopf band brachte es nicht die erhoffte Verbesserung. So warf er sie lustlos weg. Sollten sich die Vögel ein Nest damit bauen, dachte er sich während er weiter von Schatten zu Schatten torkelte. Der Wald wurde immer dichter und der Boden immer unebener. Er musste sich an einigen Stellen von Baumstamm zu Baumstamm hanteln um überhaupt sturzfrei voranzukommen. Seine Pausen wurden immer länger, dabei wurde ihm klar, dass er schleunigst etwas trinken musste, er sah sich im dichten Wald um. Er schien ja aus lauter Bäumen zu bestehen. Laubbäume wohlgemerkt deren zahlreiche Blätter die fiesesten Wurzeln und Löcher überdeckten. Seine Augen nahmen das, in allen braunen Farben dieser Welten schimmernde Mosaik der gefallenen Blätter, nur als pulsierenden dunklen Nebel wahr.

„Fürchtet euch nicht! Ich komme in guter Absicht!“, rief er erneut. Er nahm die dunklen Punkte welche aus dem Glitzern des Lichts hervorstachen nur verschwommen wahr. Das mussten andere Menschen sein, womöglich eine größere Gruppe, denn je weiter er sich auf die dunklen Punkte zubewegte umso zahlreicher wurden sie. Es dauerte nur wenige weitere Schritte bis sich die dunklen Punkte zu verbinden begannen, größere Fragmente des Schwarz entstanden, bis es sich schlussendlich zu einem schmalen Band, welches das gesamte Gesichtsfeld weiter einnahm verband. Er war sich nicht mehr sicher ob seine Beine jetzt mehr als zuvor wackelten oder ob der Boden sich bewegte. Zweimal musste er nach dem schmalen Stamm der Buche zu seiner Rechten fassen um sie als sicheren Halt zu bezeichnen. Dabei wandte er seinen Blick in die Richtung aus der er gekommen war. Langsam, in Slow Motion begann sich der Waldboden auf dem er stand zu senken und ehe er überhaupt realisiert hatte was ihm gerade Schönes widerfährt, brach, von einem dumpfen Knall eingeleitet, der Boden samt dem Baum an den er sich noch immer festhielt, ab. Nach zwei Sekunden freien Falls schlug er auf einem harten Stein auf und stürzte zusammen mit nachströmendem Erdreich in den Gebirgsbach. Beim Auftauchen schlugen die Äste der nachstürzenden Bäume hart in sein Gesicht, ein breiterer Ast einer Buche drückte ihn für einige Sekunden unter Wasser. Seine schmutzigen Designerklamotten, besonders seine Lederjacke, sog sich in sekundenschnelle mit Wasser voll und erschwerte zusätzlich das Auftauchen. Zu seinem Glück war er direkt in die Hauptströmung gedrückt worden und diese riss ihn jetzt mit 5 Meter in der Sekunde vom Ort seines Missgeschicks weg. Damit er sich nicht alleine fühlte schickte ihm das Schicksal Wegbegleiter in Form von fünf größeren Birken mit auf den Weg. Davon bekam er zuerst nichts mit, denn er hatte größte Mühe an der Wasseroberfläche zu bleiben.

Die ersten Sekunden im Wasser waren kaum spürbar, wie ein schlechter Traum gewesen, es schien sogar, dass die Geräusche dumpfer und langsamer geworden waren. Viel Zeit um diesen Zustand weiter philosophisch zu zerpflücken hatte er nicht mehr, denn nach einer gefühlten Minute brachen in einer Sekunde Realzeit das Tosen des Wassers, das laute Schieben der Erde und das Rauschen der nachstürzenden Bäume über ihn herein.

Dermaßen gut aufgeweckt legte er die ersten hundert Meter mehr um sich schlagend als gesteuert zu schwimmen zurück. Mehr durch Zufall fand er die richtige Position. Eine höhere Schlagwelle einer verblockten Stelle drehte ihn auf den Rücken, der darauffolgende Wasserpilz drückte seine Beine nach oben und seinen Kopf höher aus dem Wasser. Zuerst ruderte er mit seinen Armen, bis die Erkenntnis der zielgerichteten Steuerung einen Ansatz eines Lächelns auf sein blasses Gesicht zauberte. Er sah sich zum ersten Mal um, überall spritzte Wasser, heller Schaum flockte an einigen Stellen von denen es laut tosend zu ihm herüberdrang weit in die Höhe. Ab und zu konnte er von einem Wellenberg aus das Ufer sehen. Die Böschungen waren etwa acht Meter über Flussniveau und wie mit einem Messer scharf abgeschnitten.

Er konnte die schmale Schicht der fruchtbaren Erde erkennen, darunter die ebenso schmale Schicht aus kleineren Steinen und darunter eine endlose Schicht hellen Sands welcher auf Schiefergestein ruhte. Dann zog es ihn wieder in das Wellental. Er brauchte mehrere weitere Wellen um sich wieder zu stabilisieren, dabei konnte er auch einen Blick fußaufwärts werfen, so bemerkte er zum ersten Mal wie nahe der halbe Wald war der ihm auf dem Fluss in kurzem Abstand folgte. Klar und deutlich hob sich das Klatschen der Blätter beim Drehen der Bäume aus dem Rauschen des Wildwassers ab. Jetzt erst realisierte er, dass er sofort aus dem Wasser musste, nicht nur das langsame Erschlaffen der Kraft und des Gefühls in den Armen und Händen, sondern auch der Umstand, dass die Bäume langsam aber stet näherkamen ließen ihn jetzt wie ein Besessener rudern. Nach wenigen Sekunden schlug er an einen großen Stein an der nur wenige Zentimeter vom Wasser überspült war, zusammen mit dem stechenden Schmerz spürte er wie er augenblicklich langsamer und unter Wasser gedrückt wurde. Zugleich mit seinem Auftauchen wurde er gegen weitere Steine geschlagen, bevor es ihn wieder umdrehte und unter Wasser sog konnte er realisieren, dass der letzte Schlag von Steinen aus der Ufergegend stammte. Gerade ausgedacht wurde er wieder in die Höhe gehoben, er sog die Luft tief ein um sich sogleich mit seinen letzten Kräften an den Steinen der Uferböschung anzuklammern. Er hatte Glück, denn dabei war sein rechtes Bein kurz zwischen den Steinen festgesteckt, aber die Strömung war nicht so groß wie einige Meter weiter gewesen, so hatte er von einem Schmerzschrei eingeleitet seinen Knöchel aus der tödlichen Umklammerung herausreißen können. Zitternd mit kaum vorhandenem Gefühl in den Händen geschweige denn in den Fingern, begann er sich auf seinen Ellbogen, die, mit großen Steinen bedeckte Uferböschung hinaufzuziehen.

Erschöpft ließ er sich auf dem großen Felsen nieder den er gerade erklommen hatte. Zugleich versuchte er sich zitternd vor Kälte die schwere nasse Lederjacke auszuziehen. Die kleineren Steine die zusammen mit einer Mini Lawine Sand auf ihn herabkullerten bemerkte er im Eifer seiner Versuche sich zu entkleiden nicht sofort.

Brumm und ihr kleiner Sohn Friss sahen sich das Treiben des Menschlings schon einige Zeit an. Friss war sich noch unsicher wie er das schlabbernde Grunzen seiner Mutter zu deuten hatte. Noch nie in seinem Bärenleben hatte er sie so erlebt. Vorsichtig schlich sich Friss näher an seine Mutter heran um besser in die Tiefe sehen zu können was seine Mutter so sehr entzückte. Als er den halbnackten Mann sah rutschte er aus und kullerte in die Tiefe.

So.

Wie ihr sehen könnt erwarten unseren Antihelden in der Fortsetzung jede Menge erstaunlicher Missgeschicke.

 

Hard Facts:

Verhalten im Wildwasser. Siehe RUST 11 – 13

Erweiterte Tipps für Überleben bei Hochwasser in einer Stadt folgen extra.

 

FAQ:

 

War das jetzt ein Test ob der neue Aufbau gut ankommt?

Ja. Feedback ist willkommen.

 

Wer ist Chris eigentlich?

Der Held wider Willen aus dem RUNA-epos. Der größte Pechvogel unter allen Sonnen dem bei seiner Läuterung vom derben Macho zum Beschützer der Welten allerhand seltsame Abenteuer erwarten.

 

Welches Wildwasser herrschte in der Kurzgeschichte?

WW3 bis 3+.

 

Wie viele Schwierigkeitsgrade gibt es?

WW1 ist leicht, d.h. gleichmäßige Wellen bei regelmäßiger Strömung.

WW3 ist gerade noch übersichtlich zu befahren, d.h. mehrere Hindernisse in der Strömung, mittlere bis hohe Wellen mit unregelmäßigen Zyklus, Schwälle und Presswasser entstehen, saugende Walzen und Löcher ebenfalls.

WW5 ist die Grenze des mit dem Raft oder Kajak befahrbaren Wildwassers, d.h. als unfreiwilliger Schwimmer ohne Schutzbekleidung und Schwimmweste ist dein Überleben reine Glückssache.

Die höchste Stufe, WW6 ist die Twilight Zone. Einmal rein und nie wieder raus. Ich kenne keine Handvoll adrenalinabhängiger Spitzensportler welche dies freiwillig mit einem Kajak oder Raft, bei besonderen Wasserständen tun.

Als Normalmensch ohne/mit Schwimmweste, Schutzkleidung und Schutzengeln (für meine nordischen Freunde, Disen) sind deine Abenteuer auf diesem Planeten beendet.

Bären gibt es doch nur im Märchen oder wenn Uropa wieder von Sibirien erzählt.

Wie klappt das mit der Glaubwürdigkeit?

Nicht nur durch Wiederansiedelung, wie in den Kalkalpen in Österreich, sondern auch durch Zuwanderung, kann es zu Bärenbegegnungen kommen.

In Europa sind es Braunbären, die etwas lustiger als ihre schwarzen amerikanischen und asiatischen Kollegen sind.

 

Dass der Wald samt dem Boden abrutscht  ist das wirklich so?

Ja. Wenn es sich nicht um einen Uferböschungsabriss sondern um einen kleineren oder langsam beginnenden Erdrutsch handelt, kann vorkommen, dass die ersten Meter der Reise von dir gar nicht bis kaum bemerkt werden.

 

Hat man in WW3+ mit vollgesogener Designerlederjacke wirklich eine reale Chance aus der Nummer heil herauszukommen?

Ohne wohlgesonnenen Schicksal schwer.

Wir wollen Chris doch nicht bei seinem Erstauftritt zu den Ahnen schicken, daher hatte er diesmal noch das nötige Quäntchen Glück und ein rettendes Luftpolster, welches sich unter seiner Lederjacke gebildet hatte.

 

War die Strömung die Chris rettete ein Kehrwasser gewesen?

Ja.

Die Strömung welche ihn abbremste war der Zulauf einer kleinen Walze.

 

Woher weißt du all das Wildwasserzeugs?

Weil ich staatlich (Österreich) geprüfter Raftguide bin der das wilde Wasser liebt.

In meinem Fall die Salza. Sie hat kaum mehr als WW3 bei Schneeschmelze dementsprechend  WW3+, die Enns, nur wenige Kilometer weiter westlicher bereitet an einigen Stellen ein WW4 Vergnügen.

 

Hattest du schon einmal Bärenbegegnungen?

Ja.

Einmal eine nahe Sichtung am Hinterwildalpenbach vom Bike aus auf den fünf Meter tiefergelegenen Bach.

Einmal einen flüchtenden Bärenhintern aus nur wenigen Metern Entfernung in der Kalkalpenregion.

Beide Ereignisse sind länger zurückliegend aber bei Bärenfreundschaftsanfrage Nummer 2 klopft das Autorenherz heute noch schneller als vom Arzt empfohlen. Erst nach diesem Erlebnis informierte ich mich über richtiges Verhalten in Bärengegenden und bei Begegnungen mit Bruder Bär.

Heidelbeeren, Brombeeren, Schwarzbeeren und Walderdbeeren überleben die Begegnung mit mir zumeist nicht lange.

 

 

„Was mache ich wenn am rettenden Ufer nicht eine warme Decke sondern der Braunbär auf mich wartet? Teil 2“, folgt.

 

 

Jetzt kommt das Wichtigste:

 

Meine Lieben und diesmal auch die weniger Lieben! Jetzt versuchen wir gemeinsam einmal ernst zu bleiben. Nehmt euch zwei Minuten zum Durchlesen, sonst könnt ihr euch vermutlich noch Weh tun.

HAFTUNGSAUSSCHLUSS: Weder der Herausgeber, Tom Schopper, RUNA oder RedTroll haften für Verletzungen, Sachbeschädigungen, Taten oder Todesfälle, die bei Ausführung der Urban Survival Tipps entstehen. Ich wiese darauf hin, dass alle Übungen, Vorschläge, Tipps und Anleitungen nur unter Aufsicht von fachkundigen Spezialisten ausgeübt werden sollen. Diese Tipps sind auch für Personen nicht geeignet, welche die Gefahren eines offenen Feuers, Blitzschlages oder Absturzes nicht anerkennen. Ebenso ist dieser kleine Ratgeber nur für Personen ab 18 Jahren geeignet.

Auch haften wir nicht für abgebrochene Fingernägel oder Schnittverletzungen die durch das Papier beim Umblättern verursacht wurden. Falls du über die Straße gehst und diese Tipps oder RUNA gerade liest, dann haften wir auch nicht dafür wenn du in ein Auto hineinläufst. Falls du aus diesen Survival Tipps ein Papierflugzeug bastelst welches: nicht weit genug fliegt; zu weit fliegt, dass es Terroralarm auslöst oder gar nicht fliegt; dann haften wir auch nicht dafür. Liest du RUNA oder diese TIPPS in der S- oder U-Bahn und lernst dadurch deinen neuen Lebensabschnittspartner kennen dann sind wir auch nicht für Folgen wie: Schwangerschaft, Scheidung und Streit verantwortlich. Runa, wäre zum Beispiel ein wunderschöner Mädchenname.

Wir übernehmen auch für Banken, Länder und Spekulanten keinerlei Haftungen. Ihr sieht, es ist gut, dass wir für alles eine Regelung haben … nur wohin hat uns dies geführt?

 

Haftungsausschluss 

in der CHRIS Übersetzung:

Anmerkung: Er ist einer der Hauptprotagonisten aus meinem Endzeitepos. Vorlaut aber gradweg, manchmal auch witzig, aber das solltest du selbst entscheiden:

Jetzt mal ernsthaft. Wenn du wirklich glaubst, dass der Osterhase nur zum Eierlegen da ist, dann hast du vollkommen recht, wird dir aber nix nützen wenn du den Wald anzündest in dem du dich gerade befindest, weil du statt einer Handvoll Zunder ein Osterfeuer entfacht hast und dich jetzt wunderst warum es plötzlich überall so warm wird. Den besten Ausdruck entwickelt dein Gesicht wenn du mit einem Taschenmesser einen Ast in stundenlanger Handarbeit absägst um dann festzustellen, dass dieser Ast den Baum vor dem weiteren Wegrollen getragen hatte. Seltsamerweise befindest du dich bei dieser unglaublichen Erkenntnis immer vor dem Baum. Hierbei sollten deine letzten Worte nicht: „Den Schopper verklag ich!“, sondern: „Oh, hätt ich bloß besser nachgedacht“, sein. Wenn du nicht checkst, dass auch kein noch so guter Gedanke das Wildwasser stoppen kann in dem du dich gerade befindest, weil du nachsehen wolltest wie kalt das Wasser ist. Dann helfen keine noch so guten Warnungen, Haftungsausschlüsse und sonst irgendeine AGB, auch keine Götter oder Zauberwesen. Du bist alleine mit deinem Schicksal, aber zur Freude aller hat dir Mutter Natur ein Hirn zum Benutzen mitgegeben. Falls du, und das nehme ich mal hoffnungsvoll an, ein kluger Mensch und leider mit der Natur und den Ereignissen in ebensolcher total überfordert bist, dann würde ich raten dich einer guten Gruppe mit erfahrenen Outdoor-Spezialisten anzuschließen. Jetzt zum Thema bei dem die meisten Unfälle passieren. Das Üben. Das alte Sprichwort: „Kein Meister ist vom Himmel gefallen“, musst du nicht unbedingt hochalpin Nachspielen. Beginne mit Wanderungen, idealerweise mit einem Wanderführer der sich wirklich auskennt. Wenn du direkt vom Sofa aus, welches du in jahrelanger Depression kaputtgelegen hast, auf eine 10 Kilometer lange Expedition mit 300 Hm aufbrichst, wird es dir, deinem Herz und speziell deinen Thromben nicht unbedingt gut tun. Beginne klein und steigere dich langsam. Wenn du während des Gehens noch reden kannst, hast du noch Reserven und bevor du jetzt jubilierend die Hausschuhe verlierst, vergiss niemals, dass du den Weg auch wieder zurückgehen musst.

Übungen mit dem Messer sollst du auf keinen Fall hemmungslos ausleben und dabei den kompletten Jungwald für eine wasserdichte Behausung umlegen. Es gelten Naturschutzgesetze und Eigentumsrechte. Darum ist Vorabinformation sehr wichtig. Es ist daher wirklich wichtig, dass du immer mit erfahrenen Guides übst, im Idealfall wissen sie gut über bestehende Gesetze und den logischen Menschenverstand bescheid.

Letzter Ratschlag: Wenn du zu einem Unfall als Erstretter hinzukommst, dann hilft dem Verletzten nicht, wenn du ihm juristisch einwandfreie AGBs und Haftungsausschlüsse aufs Gesicht legst sondern eine gute Erste Hilfe Ausbildung. Damit kannst du heute schon beginnen, Rote Kreuz, Samariterbund etc. bieten solche Lehrgänge an. Leistbar sind sie auch, also gibt’s auch da kein Herausreden auf Andere.

So, das wars fürs heute.

 

Kind der Sonne, achte bitte gut auf dich.

 

 

 

 

Es geht wieder weiter! RUST 11

©by Tom Schopper 

Runa-Urban-SurvialTipps

Jetzt werdet ihr euch sicher fragen: „He, was ist mit dem Tom los? Jetzt erst, nach RUST 12 kommt RUST 11, was ist da passiert? Ist das eigentlich legal?“.
Hab ich im Zuge vieler privater Tragödien das Zählen verlernt?
Nein, mein aufmerksamer und seltener Gast. Denn nicht nur ihr habt lange auf die Fortsetzung der RUST gewartet sondern auch du.  Durch viele Anfragen (Was jetzt eigentlich mit dem Essen ist?), dachte ich mir, dass es mit den neuen RUST gleich damit beginnen sollte und während ich so schrieb, fertig mit den RUST 11 – 19 wurde, und entspannt die gesammelten Folgen zur Korrektur las, wurde mir schlecht. Und das zu recht, wenn du dir untenstehenden Tipp zu Gemüte führst. Umschreiben wollte ich nicht mehr damit die 2.Staffel mit Sachertorten und Wienerschnitzel beginnen aber ich war so human zu deinen Magennerven und blies zuerst den Rettungstipp aus dem Hochwasser (I) raus.

So hab ich mich wieder einmal erklärt, was meinen Psychiater weitere graue Haare beschert, ihr wisst bescheid und vergesst niemals: Passt im Chaos gut auf euch auf.
Viel Spaß bei den nächsten 10 RUNA Urban Survival Tipps!

Urban Survival TIPP 11

Endlich ist es wieder soweit!

Jetzt geht`s weiter an dein Überleben wenn du auf der Flucht bist. Sei es vor Unruhen, lang anhaltenden Stromausfällen, Ausfall der Nahrungsversorgung oder was auch immer dich dazu treibt deine Stadt fluchtartig zu verlassen.

In den Tipps 1 – 10 habt ihr erfahren wie:

  • Ihr euren Notfallrucksack zusammenstellt.

  • Ihr Wasser findet und trinkbar macht.

  • Euer Überleben von gut geschnittener Hornhaut abhängt.

  • Ihr im Wald ein Nachtlager errichten könnt.

  • Ihr den optimalen Platz zum Lagern findet.

  • Ihr ein Gewitter outdoor überlebt.

  • Ihr ein wetterdichtes Dach für euer Lager baut.

  • Ihr euch die Begegnung mit aggressiven Tieren ersparen könnt.

  • Auf was ihr in der Begegnung mit anderen Flüchtigen achten solltet … und vieles mehr.

In den Urban Survival Tipps 11 – 20 werdet ihr erfahren:

  • Wie es mit der Ernährung aussieht.

  • Was bei Hochwasser geht.

  • Wie du dich aus Wildwasser retten kannst.

  • Braunbär, Hunde und ich, was rennt schneller?

  • Gefahren unterwegs.

  • Lagerbau auf Bäumen.

  • Verhalten im Team. Strukturen und Aufbau.

  • Spurenlesen, warum brauch ich das?

  • Hochalpine Notzeichen.

  • Oh, wo ist Norden?

  • Muss ich da hinauf?

  • Und vieles mehr.

Jetzt geht’s kurz an die Ernährung:
Da du schwer tausende Dosen mit dir schleppen kannst, und selbst die auch einmal aufgebraucht sind musst du dir deine Nahrung von der Natur holen.
Ob du dich jetzt vegan ernährst oder den Oberjäger in dir rauslässt, du musst wissen was du essen kannst und was nicht.
Ich beginne meine Ernährungstipps mit dem wahrscheinlich grauslichsten aber dennoch fast überall anzutreffenden Survival-breakfast:

Dem schlecht zubereiteten Wiener Schnitzel.
Wenn du dir das jetzt gedacht hast dann bist ein Kandidat für ERNÄHRUNG DURCH INSEKTEN UND LARVEN.

Bei Ernährung durch Insekten und Larven solltest unterscheiden können, welche dir Proteine oder eine Vergiftung bescheren. Hier gibt es keine Faustregel, außer: Was schlecht riecht und/oder giftig ist lass liegen.
Meistens treibt dich deine Ekel vor Insekten in den Hungertod, was nicht sein müsste, denn viele Maden, Würmer und Larven bestehen aus purem Protein, welches du bei deinem Überleben dringlich benötigst. Die meisten Leckerbissen findest du unter der Rinde alter Bäume, besonders an alten gefällten Bäumen treiben sich diverse Kandidaten dafür herum. Auch unter größeren Steinen findest du diese Art der Nahrung, und manchmal auch eine kleine Schlange welche unter dem Stein eine Runde entspannt.

Die Schlangenhaut muss unbedingt vor dem Grillen ab, hier ist es praktisch wenn du einen Nagel zur Hand hast mit dem du dein totes zukünftiges Essen am Kopf fixierst. Baum, Holzwand etc. eignen sich dafür hervorragend. Dann schneidest du, rund um den Schlangenkopf die Haut wenige Millimeter ein, mit einem kleinen senkrechten Schnitt, ausgehend vom Rundherum-Einschnitt, beginnst du jetzt die Schlangenhaut vom Fleisch abzuziehen. Wenn es nicht funkt, musst du den Rundschnitt etwas vertiefen. Mit einem Längsschnitt öffnest du die Schlange auf ihrer kompletten Unterseite und entnimmst ihre Innereien. Schneide nicht zu tief sonst hast du auch den Darminhalt deines Essens freigelegt. Wenn du es soweit geschafft hast, schneide den Schlangenkopf ab und reinige das helle Schlangenfleisch. Zubereiten kannst du es dir in vielen Variationen, am schnellsten ist es wenn du das Fleisch um einen Stock wickelst und es dir über dem offenen Feuer grillst. Wenn du die Alufolie bei dir hast, wie in Tipp 2 erwähnt, dann kannst du dir das Fleisch in Streifen schneiden und auf diese Art über der Glut zubereiten.

Nach deinem Festmahl ist das Wegräumen der Essensreste dringend anzuraten. Auch den ungenießbaren Rest deines Jagderfolges solltest du, wenn du dich Outdoor aufhältst, immer tief vergraben. Der Grund dafür liegt in den Geruchsrezeptoren von Bären und wild lebenden Hunden verborgen. Wie du dich bei Begegnungen mit Bären (Braunbären) verhalten kannst erfährst du in den folgenden Survival Tipps.

Weitere Nahrungstipps folgend laufend und zur Freude aller werden auch weitaus deliziösere dabei sein.

Kleiner Tipp für Insekten: Wenn du nicht weißt ob sie auch verträglich für dich sind, dann zermatsche ein paar, rieche daran und wenn dir kein penetranter Gestank entgegenweht, dann reibe dir etwas von dem Matsch auf die Innenseite deines Handgelenks. Am besten auf die Hand welche du am wenigsten benützt. Beobachte ein paar Stunden lang die Stelle. Rötet sie sich nicht und bleiben Schwellungen aus, dann sind diese Insekten wahrscheinlich auch genießbar. Meistens schmecken sie etwas nussig, mit einem leicht bitteren Abgang, hierbei hilft es wenn du dir vorstellst du isst reines Protein und kein Insekt. Mit Wasser zum Nachspülen ist deine Welt bald wieder in Ordnung. Hier siehst du wieder einmal wie wichtig das Wasserthema in freier Natur ist.
Falls dein Magen trotzdem darauf schlecht reagiert, kannst du ihn mit Kohle wieder entgiften. Dazu brauchst du eine wettergeschützte Unterkunft, denn das ist eine sehr unangenehme und zeitraubende Prozedur, welche dich an dein körperliches Limit führen kann. Kohle findest du idealerweise in Form von Tabletten RUST 2 oder in deinem Lagerfeuer. Wie viel davon benötigt wird hängt von deinem Körpergewicht ab, etwa 1g Kohle pro Kilo Körpergewicht. Bei einem erwachsenen Mann sind das etwa zwei Hände voll, damit du dir die Dimensionen vorstellen kannst was auf dich zukommt.

Mit diesem Bild welches jetzt in deinem Kopf entstanden ist lasse ich dich nicht alleine und setze wie erwartet noch einen in Kürze drauf. Wo? In den RUNA Urban Survival Tipps 12 natürlich. 

Hoho, ich lieg im Wildwasser, wie komm ich da wieder raus? und Wie lese ich die Strömung richtig?, wie immer hier und auf www.runa-epos.com in einem spannenden Roman verpackt.

 

 

 

 

 

 

Wie rettest du dich aus dem Hochwasser. UST12.

©by Tom Schopper 

Urban Survival TIPP 12

„Hoho, ich lieg im Wildwasser, wie komm ich da wieder raus?“ und „Wie lese ich die Strömung richtig?“.

Meist bist du müde, erschöpft, dein Gesichtsfeld wird immer kleiner und dein letzter Plan ist: „Wenn ich jetzt hinfalle, bleib ich liegen“? Gratuliere, denn dies ist zumeist die Zeit für große Missgeschicke. Du hast weder das warnende Rauschen des Gebirgsflusses bemerkt, noch, dass du bereits auf der unterspülten Uferböschung entlang wanderst, beziehungsweise torkelst. Das Verabschieden des unterspülten Waldbodens geschieht oft unspektakulär, langsam und ohne viel Gekrache senkt sich der Boden bevor er abbricht und dich im Pechvogelmodus mit in die Tiefe reißt. Bevor du eigentlich realisiert hast was da gerade abgegangen ist, weckt dich etwa 10 Grad kaltes Wasser (im Hochsommer). Ohne Schutzanzug hast du jetzt genau 2-3 Minuten um aus dieser Nummer rauszukommen, das heißt einen klaren Kopf zu bewahren, die Situation sofort zu erkennen, und je nach Strömung und Flussverlauf einen Platz zum Anlanden suchen.

Hierbei unterscheiden wir zweierlei Ausgangssituationen:
Hochwasser und
kein Hochwasser.

Die höchste Fließgeschwindigkeit entwickelt der Fluss im Hauptstrom, der immer breiter wird je mehr Wasser im Fluss ist. Aus dem Hauptstrom kommste nicht ans Ufer. Ebenso ist das Schwimmen, wie du es im Schwimmbad gelernt hast bei dieser Übung nicht angesagt. Der Strom fließt bei normalen Pegelstand mit etwa 2–3 Meter in der Sekunde dahin, wenn du hier versuchst gegen die Strömung zu schwimmen verschießt du deine letzte Kraft für sinnloses Herumgekraule. Die richtige Position für deine Rettung ist (passive Schwimmlage) wenn du die Rückenschwimm Position einnimmst, den Kopf flussaufwärts und aus dem Wasser gehoben, die Beine leicht angewinkelt und geschlossen halten. Mit deinen Armen steuerst du und siehst auch sehr gut wohin du getrieben wirst. Steuere das Ufer an, idealerweise hinter einem mittelgroßen Stein an dem ein hilfreiches Kehrwasser auf dich wartet. Gefahr dabei ist, wenn der Stein vom Wasser überspült wird und dahinter kein Kehrwasser, sondern eine Wasserwalze auf dich wartet, welche dich auf den Grund des Flusses drückt. Im Worst case immer und immer wieder. Bei einem Kehrwasser läuft die Strömung hinter dem Hindernis gegen die Fließrichtung. Kurz bevor du das Kehrwasser erreichst (1-2 Meter) drehst du dich auf den Bauch und schwimmst wie gewohnt (aktive Schwimmlage) in das Kehrwasser hinein. Im Idealfall zieht es dich direkt an Land, manchmal machst du eine Ehrenrunde um dann kraftvoll ans Ufer zu gelangen.

Sofort die nassen, kalten Klamotten ausziehen und zum Trocknen über die Büsche legen. Falls du bei dieser Nummer deinen Rucksack verloren hast oder abnehmen musstest weil er dich sonst unter Wasser gezogen hätte, es gibt Hoffnung ihn wieder zu finden. So wie du durch einen Wasserstrudel, in unserem Fall ein Kehrwasser, abgebremst und gerettet wurdest, kann sich auch dein Gepäck in einem ebensolchen wiederfinden. In Walzen solltest du auf keinen Fall hineinschwimmen, hier hilft nur warten bis das Wasser es wieder freigibt.

Passiert dir diese Nummer bei Schnee und Kälte, und du hast nichts zum Feuermachen bei dir, dann war es das für dich auf diesem Planeten.
Bedenke immer wenn du durch die Botanik wanderst:
Kind der Sonne, du bist sterblich.

Warnung: Die gefährlichsten Wasserstrudel befinden sich direkt bei und nach Wehren. Sie sehen meist unscheinbar aus, ohne viel Getöse, wie es sonst gefährlichen Wildwasserstellen zu eigen ist, dennoch sind sie meist unterspült und dahinter verbirgt sich eine Mörderwalze aus der du, auch mit Schwimmweste, nicht lebend herauskommst. Hier im Zuge einer unüberlegten Rettungsmaßnahme hineinzuschwimmen ist Selbstmord und erhöht die Opferzahl um die Potenz der verunglückten Retter. Schwimm niemals im direkten Umfeld eines Wehrs! Zuwerfen von Seilen oder Lianen wäre eine sichere Alternative für Rettungsmaßnahmen.

Welche Strömungen kennen wir bereits?
Kehrwasser und Walzen.

Beide entstehen nach Hindernissen.
Kehrwasser, weil die Strömung um das Hindernis, Walzen, weil sie darüber fließt.

Bei Hochwasser kann die Kehrwasserverschneidung, also die Stelle an der sich die beiden Strömungen treffen, einen Niveauunterschied ausmachen, der bis zu einem Loch führt, das wiederum für Anlanden und Rettungsversuche höchst ungeeignet ist.

 FAQ:

Welches natürliche Wasserhindernis kann noch gefährlich werden?
Prallwände.
Sie entstehen bei Änderungen der Fließrichtung, hier prallt der Hauptstrom an eine Felswand und wird dadurch abgelenkt. Im Idealfall hast du direkt vor der Wand eine kleine Vorwelle, wenn du deinen Kurs nicht rechtzeitig ändern konntest, steuere in der (passiven) Wildwasserschwimmtechnik mit den Beinen voraus direkt darauf zu. Be cool und du wirst wenige Zentimeter vor der Wand wieder in die richtige Richtung gelenkt. Gibt es keine Vorwelle ist dies ein Zeichen für eine gefährliche Unterspülung des Felsens. Kommst du hier hinein standen auf deinem letzten Glückskeks keine guten Texte. Glaubst du an ein Leben nach dem Tod? Wird es dort auch Wildwasser geben?

 Oh, da hängt ein Seil im rechten Winkel über den Bach. Bin ich jetzt gerettet?
Sicher nicht. Packst du das Seil, in unserem Fall ist es ein Seil und kein stromführendes Kabel, bildet es ein V an der Stelle wo du es packst, die Strömung drückt dich erbarmungslos unter Wasser. Lässt du nicht aus ertrinkst du, lässt du aus und hast keine Schwimmweste angelegt, verpfefferst du unendlich viel Kraft um wieder an die Wasseroberfläche zu kommen.
Ist das Seil aber schräg zur Fließrichtung angebracht kannst du so den Wasserdruck zu deinem Gunsten ausnützen und via Seilfähre ans rettende Ufer zu gelangen.
Egal wie, binde dir NIEMALS ein Seil um dich oder deine Arme. Die Strömung drückt dich nach unten und den Knoten bekommst du niemals wieder auf.

Was steht sonst noch in einem Wildwasserfluss herum?
Die allseits beliebten Brückenpfeiler. Darum solltest du einen weiten Bogen machen und auch kein Kehrwasser der Pfeiler nutzen. Meist sind um die Pfeiler Reste des letzten oder aktuellen Hochwassers gewickelt. Hierbei stehen die bis zu mehreren Meter langen Holzbruchstücke in alle Richtungen weg. Ersaufen und zugleich gepfählt werden, das würde nicht mal Vlad, dem Pfähler, einfallen, also halte, wenn du nicht vorher aus dem Wasser rauskommst, den größtmöglichen Abstand zu Brückenpfeilern.

Kann ich beim Schwimmen im WW nicht mit den Beinen den Grund nach Stand absuchen?
In der Natur, besonders im Bachbett, liegen Steine rum, meist größere, denn die kleineren wurden schon von der Strömung weggeschwemmt. Ist ja an und für sich ja nicht besonders besorgniserregend, in deinem Fall als Pechvogel schon, denn hierbei verklemmt sich dein Bein, meistens der Knöchel, zwischen den Steinen, stoppt dich, vom dumpfen Geräusch des brechenden Gelenks eingeleitet wirst du von der Strömung unter Wasser gedrückt. Wenn dein Wunsch liegend im Bett zu sterben lautete dann haste es geschafft, nur eben unklar definiert.

Darum halte deine Beine immer so hoch wie möglich. Bei Hochwasser können auch Zäune, Gitter, Autos und ähnliche Hindernisse unter Wasser auf dich lauern. Verfängt sich dein Bein darin kommst du gegen den Wasserdruck nicht mehr heraus.

 Weil das Thema so spannend wie ergiebig ist, lauten die folgenden Urban Survival Tipps: „Hoho, ich lieg im Wildwasser, wie komm ich da wieder raus? Teil II“ und „Funkt das bei Hochwasser auch? Teil I“.

 Viel Spaß euer Tom S.

Zum Buch Abenteuer geht`s da lang  —>  www-runa-epos.com

 

 

 

 

So überlebst du. Urban Survival Tipp 3 und 4

©by Tom Schopper  

Urban Survival Tipp 3:

Was gehört noch in deinen Notfall Flucht Rucksack hinein?

Orientierung:

+ Karten von deinem Gebiet.
Wenn du ein klares Fluchtziel hast besorg dir gute Wanderkarten vom gesamten Weg. Je niedriger der Maßstab umso besser. Mit Karten ab dem Maßstab < 1:50.000 kannst du sogar in der Diritissima durch die Landschaft ackern. (Anmerkung: siehe —> Haftungsausschluss)
Österreichkartentipp:

Für mich persönlich sind die Karten des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen die genauesten Wanderkarten. Hier sind teilweise noch alte Wald und Forstwege eingezeichnet. Dies kann sich bei einer Flucht als sehr hilfreich erweisen damit es dir nicht wie Joe Coone (aus RUNA – die letzten tage) ergeht.

+ Einen Kompass oder eine Bussole.

+ Eine Armbanduhr mit Zeigern.
Aufziehen kostet keinen Strom und die Himmelsrichtungen kannst du mit einer analogen Uhr bestimmen (Folgt in TIPP 11 – 12)

Tipp im Tipp:
Vergiß eine Zeit lang dein GPS und übe dich im Umgang mit Kompass und Karte. Lass den Pfadfinder in dir endlich wieder raus. Zu Beginn immer nur mit ausgebildeter Begleitung! Selbst im Wienerwald kannst du dich verirren, wenn du immer nur im Kreis läufst. Früher stoppte dich der ungarische Grenzer, jetzt haben wir Schengen und die Wege sind lang. (Update: Jetzt läufst du nach wenigen Kilometern in einen Stacheldrahtzaun hinein und wirst von Österreich Innenministerin exekutiert).

Schutz: 

+ Ein Klappmesser mit einer teilgezahnten Klinge.

+ Signalpistole – erhältlich im Bootsbedarf.

Von jeder anderen Waffe rate ich Laien ab. Jede Waffe die du mitführst kann auch gegen dich verwendet werden. Die meisten schweren Verletzungen und Todesfälle entstehen durch unsachgemäßen Gebrauch, daher braucht es besonders für Schusswaffen jahrelanges Training. IMG_1167Freya Ich bin mit John Wayne Filmen aufgewachsen, solche Szenen will ich in meiner Umgebung nicht haben und auch nicht im Halbdunkeln für den Taliban gehalten werden, der anschließend mit drei Bauchschüssen niedergestreckt wird.

Tipp für die Begegnung mit anderen Menschen:

Wenn du aus der Stadt fliehen musst hat das sicher einen berechtigten Grund gehabt, wie totaler Zusammenbruch aller Systeme, längerer Stromausfall durch Sonnen-Flares, Aufstände und sämtliche Szenarien die in diese Richtung gehen. So oder so, du bist auf dich alleine gestellt und begegnest auf deiner Flucht Menschen. Menschen, um die du schon im normalen Leben einen Bogen gemacht hättest. Menschen, die keinen vollen Rucksack besitzen. Menschen, deren Verstand schon in normalen Zeiten mehr als bedenklich war. Kurzum, in der Krise zeigt sich der wahre Charakter der Menschen. Halte dich von Menschenansammlungen, solange dein Rucksack noch gut gefüllt ist, fern. Gib niederen Charakteren keine Chance ihren Neid noch mehr zu schüren und verhalte dich dem entsprechend ruhig. Sieh dir die Gruppe genau an, am besten unbeobachtet und finde heraus wer die Führung hat. Wer seine direkten Helfer sind und wie die anderen auf die Führung reagieren. Mit etwas Menschenkenntnis und einem funktionierenden Bauchgefühl kannst du dich dann entscheiden ob du dich anschließt oder von ihnen fernhältst. Bedenke noch, dass die bisherige Führung der Gruppe eventuell einen Machtverlust befürchten und gegen dich agieren könnte.

 

 

Urban Survival Tipp 4:

Jetzt haben wir schon jede Menge wichtige Dinge eingepackt (ausser Nahrung) um die erste Woche in der Natur zu überleben. Unser Rucksack, in unserem Fall ein 35 – 50 Liter Trekking Teil mit wasserdichten Schutzüberzug, wird jetzt immer voller und schwerer. Spätestens jetzt wird einem die eigene körperliche Fitness immer wichtiger, aber für ein ergonomisches Aufbautraining ist es jetzt zu spät. Daher ist es wichtig, dass du bei den Ausrüstungsgegenständen auf das Gewicht achtest.

Was gehört noch in deinen Notfall Flucht Rucksack hinein?

Bekleidung:

Wer gern nackig durch das Gemüse ackert und die Bio-Herrgott-Schlapfen nicht missen möchte, von dem möchte ich mich gleich an dieser Stelle verabschieden (Tschüß), denn so wird er auf Dauer nicht glücklich werden. In der Natur, in unserem Fall auf der Flucht, sind schwere aber dennoch leichte Bergschuhe mit fester Sohle angesagt. Eine lange Hose und lange dicke Socken. Vor Wanderungen durch das Dickicht und Wiesen schlage die Socken über die Hose. So hast du weniger Probleme mit den Zecken (gemeine Holzbock).

Wir packen daher mit in den Rucksack ein:
Eine Reservehose (feste Outdoorhose mit stabilen Außentaschen)
2 Paar Wandersocken
2 Langarmshirts (atmungsaktiv)
1 Baumwollhemd
2 Paar normale Sportsocken
2 Dreiecktücher (damit kannst du dir ein Kopftuch oder eine Armschlinge basteln)
1 dünne winddichte Überjacke
1 Sturmhaube (gibt`s beim Motorradbedarf oder beim Demoausstatter ums Eck)
1 Paar Handschuhe
2 Sonnenbrillen

Etwas Platz haben wir noch in unserem Rucksack, aber bevor wir ihn ganz anfüllen, dass dir beim Tragen die Augen rauskommen, widmen wir uns noch kurz dem wichtigsten Transportmittel in dunklen Zeiten.
Nein, nicht der S-Bahn, sondern deinen Füssen.

Nutze jede längere Rast zur Fußpflege!
Halte deine Schuhe und Socken immer trocken!

Ein Tipp für den ungeübten Flüchtigen:
Zehennägel – das größte unterschätze Teil Hornhaut seit dem Aussterben der Saurier.
Schneide sie vor dem Marsch, sodass sie nicht über die Zehen ragen. Frag nicht weiter nach warum, tu es ganz einfach, du könntest im Worst-Case echt draufgehen wenn sich dein Nagelbett entzündet, jeder Schritt zur absoluten Pein wird und die Blutvergiftung schon Hallo ruft.

Wenn du das Abenteuer gut überstanden hast, denke kurz an mich und RUNA. Am besten du liest das Epos, denn da kommen die meisten Tipps in einem Abenteuer verpackt spannend zum Einsatz.

www.runa-epos.com