Eine weitere unglaubliche Kurzgeschichte.

Hast du auch solche Bilder parat?

https://www.story.one/de/u/tom-schopper-3912cebc/nuerchtet-euch-ficht/

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Wer rettet bei Nacht und Wind? Es ist der Vater mit …

Unglaublich und dennoch wahr.
Das wäre die Rubrik für folgende Geschichte, die ich mit meinem Vater, Ende der 80er am Hochkar in den EnergieFerien erlebte:
Mein Vater, seine Frau, meine 1. Frau und ich beschlossen trotz anhaltenden Schneefällen und klirrender Kälte 2 Wochen am Hochkarhof zu buchen. Warum? Weil der Schnee bei dieser Kälte einfach geil zu fahren ist. Da brauchst beim Tiefschneefahren nur elegant mit dem Hintern zu wackeln und du wedelst wie ein Einser den Hang hinab. Nach 3 Tagen Hinternwackeln kam dann eine riesen Tiefdruckfront ins niederösterreichische Grenzgebiet. So arg, dass das JugendnationalTeam des ÖSV ihr Trainingslager verkürzte, die sich ebenfalls am wetterbedingt fast menschenleeren Hochkar breitgemacht hatten. Das war mir als ExtremTourenFahrer eigentlich egal, denn mein Revier lag zwischen den Bäumen und weniger am plattgewalzten Draxlerloch, in dem die ÖSV Jugend herumturnte.

Nach einem harten Tag zwischen den Bäumen, manchmal auch direkt in einen hinein, kam ich zurück, legte die Schi und die stinkenden Hanwag Tourenböcke in den Schistall und ging in den Gästebereich des Hofs. Dort saß zornig und traurig zugleich ein junger Mann, den ich genauer kennenlernen musste, denn ich hatte noch niemals zuvor so einen großen Willen in einem Menschen gesehen wie bei dem Burschen. Nach einigem Vorpalawer, wie geil der Schnee jetzt ist, fragte ich ihn was eigentlich los sei. Er, Thomas Sykora, habe Fieber und kann am morgigen Tag nicht an den Jugendmeisterschaften des ÖSV teilnehmen. Er will gewinnen um so schnell es geht ins große Team kommen, sagte er mir noch schwer hustend, dann kam seine Oma und riet Thomas endlich ins Bett zu gehen um sich auszukurieren. Ich musste meiner Frau auch noch mitteilen, dass ich noch lebe und so trennten sich unsere Wege.

Gegen 3 Uhr morgens wurde ich durch klopfen an der Zimmertüre wach, ging verschlafen hin und öffnete sie. Draußen standen mein Vater, die verweinte Oma Thomas´ und noch ein sehr besorgt wirkender Mann, den ich nicht kannte.
„Der Bub stirbt“, schluchzte die Frau, während mein Vater mich eindringlich ansah. „Du hast ja jetzt deinen neuen Geländewagen, den 413er, kannst gut damit fahren?“, fragte Papa mich.
„Hallo, ich bin DER Geländetyp. Um was geht´s?“, antwortete ich.
„Der Thomas hat seit Stunden über 42 Fieber, der Heli kann wegen dem Wetter nicht kommen, ebenso der Schneepflug aus Göstling.“

Wir packten Thomas in mehrere Decken auf die hintere Sitzbank und fuhren die Passstraße hinab. An manchen Stellen war der Schnee so hoch, dass Papa aussteigen musste um den weiteren Verlauf der Straße zu checken. Manchmal verschwand Papa ganz unter dem Schnee und er musste sich anseilen. Als wir fast unten waren, sahen wir den Schneepflug im meterhohen Schnee stecken. Nach einigen hundert Metern entdeckten wir das Blaulicht vom Rettungswagen, und übergaben Thomas S.
„Du schaffst es, Bub“, sagten wir ihm zum Abschied
10 Jahre später gewann er Bronze in Nagano.
© Tom S.

Sonne, Sand und BärenHintern

Kurz vor dem Millennium, an einem heißen Sommertag, dachte ich mir als noch unerfahrener Pechvogel, dass es eine hervorragende Idee ist, mit dem Motorrad nach Wildalpen zu fahren.
Die nackerte 600er war aufgetankt, ich obendrauf und somit ließen wir es standesgemäß krachen. Sprich, die Fußrasten wurden noch weiter abgeschliffen, das Adrenalin gut ausgeschüttet und mit doppelter Nahtoderfahrung gesegnet erreichte ich ein abgelegenes Tal, nahe Wildalpen. Ich fand sehr schnell eine ideale Stelle um runterzukommen und um abzuchillen. Nahe einem Trinkwasserwildbach, der in einer Linkskurve viel Sand verfrachtet hatte, entdeckte ich eine fast zwei Meter hohe Sanddüne, die ich zielorientiert ansteuerte. Raus aus der engen Lederkombi, sich in den warmen Sand kuscheln und einzuschlafen war eine Sache von wenigen Augenblicken.
Meine Träume konnten noch nicht ihre volle Wirkung entfalten, da wurde ich von einem lauten Geräusch aus meinen Heldentaten gerissen. Ich bin mir sicher, dass hierbei mindestens fünf Paralleluniversen draufgegangen sind. Da wurden die laut sabbernden Laute immer intensiver, es klang als ob ein großer Hund Wasser gierig in sich aufnehmen würde. „Hoffentlich ist das nur Schrödinger Katze oder des Jägers Hundsviech“, ging mir durch den noch benommenen Kopf, zugleich richtete ich mich weiter auf um den Ruhestörer wegzuscheuchen. Langsam kroch ich die kleine Düne empor, bis der Wind mir ins Gesicht blies, zusammen mit einem übel riechenden Gestank und ich sah … direkt in einen breiten Bärenhintern hinein, der sich etwa zwei Meter vor mir befand.
Das Wort „Schas“, konnte ich noch aussprechen, logischerweise machte ich so den Bären auf mich aufmerksam, und er drehte langsam seinen Kopf in meine Richtung. Ich schwöre mit offenen Herzen und herzerweichenden Dackelblick, dass sich die Augen des Bären, wie in einem ComicHeft schlagartig vergrößerten, und mit ebendiesen, panikerfüllten Gesichtsausdruck rannte Bruder Bär über den hier etwa 8 Meter breiten Gebirgsbach. Der Jesusbär, denn es schien mir, dass er über das Wasser lief.
Ich hingegen schlug erwartungsgemäß die entgegengesetzte Richtung ein, das ich nach mehrmaligen stolpern über meine kniehoch gezogene Lederhose einigermaßen gut hinbekam. An der Straße angekommen stellte ich fest, dass die Motorradschlüssel, zusammen mit den Zigaretten, noch auf der Sanddüne lagen, so hetzte ich, mit halb heraufgezogener Hose, den Forstweg vom Ort der seltsamen Begegnung weg. „Hoffentlich sieht mich so keiner“, ging mir noch durch den Kopf, dann hielt ich keuchend an, checkte, dass Bruder Bär schon lange im gegenüberliegenden Wald verschwunden war und keine Gefahr mehr darstellte, dann ging ich zurück, zog mich ordentlich an und fuhr nach Hause. Während der Fahrt dachte ich mir die ganze Zeit: „Das glaubt mir keiner“, und so bin ich jetzt bei euch gelandet.

PS: Mich würde interessieren, was der Jungbär daheim über die Begegnung zu erzählen hatte.
© Tom Schopper

 

Das Schild, das Schwert und mein Rauchfangkehrer.

Tief, mit einem dunklen Umhang verhüllt sitze ich am Schreibcomputer. Es ist 6 Uhr morgens und ich habe schon mein Tagessoll von 12 Seiten erfüllt, und dennoch kann ich nicht enden. Die Geschichte hat mich noch voll gefangen, so sehr, dass die Kaffeemaschine in der Küche seit Stunden ins Leere blubbert.
„Jetzt vergehen die Welten!“, rufe ich und schreibe wie in Trance von Heimdallr, seinem Horn, von Walhall und all den dunklen Drachen. Mein Gesichtsfeld wird immer enger, bis selbst die Gedanken wie in einem schwarzen Loch komprimiert werden und sich auf der anderen Seite auf dem Papier wiederfinden. Ich lese es nicht, es ist wie eine Reise in deren Verlauf ich die Welten entstehen lasse in denen ich mich bewege. Nein, schizo ist anders. Das ist genau die Welt wo alles möglich ist. Alles. Dort entstehen all die Träume die auch unser Ziel werden können.

Ich bin dermaßen von den Ereignissen gefangen, dass ich Schwert und Schild neben mich beim Schreiben stelle. Es könnte ja sein, dass die Wesen aus der Geschichte in meine Welt kommen und ich dann schon wieder schuld an allem bin. Diesmal nicht.
So fliegen die Finger über die Tasten und hoffen mit den Ereignissen Schritt halten zu können, denn die Geschichte hat sich bereits verselbstständigt und ich schreibe nun mehr als Berichterstatter, denn als deren Gestalter.

Der Himmel bricht, Brüdersöhne fallen übereinander her, Windzeit, Wolfzeit … und inmitten des Wahnsinns steht mein Held. Der Macho, der zum ersten Krieger der Göttin wurde und nun gegen das dunkle der Welten steht, nur mit Schwert, Schild und Liebe bewaffnet. Die Glocken des Untergangs läuten laut und klar ….
Nun denn, kann man sich denken. Was solls, kann man sich fragen.

Eh nicht so arg, könnte man meinen und dennoch, wurde es die Geschichte der letzten Woche für mich, denn mitten im wildesten SchlachtenChaos wurde das Läuten real. Es dauerte eine Zeit, bis mein Unterbewusstsein realisierte, dass es von der Wohnungstür kam, mein glorreiches Über-ich, gefangen im Ragnaröck, hörte sie kommen. Sie waren hier, Swartalfs grausamen Ursprungs hier vor meiner Türe. „Schwertzeit, Beilzeit ists!“, rief ich. Mit einem „Bis die Welten vergehen!“, sprang ich auf, packte das Schild, umfasste das eherne Schwert und lief Richtung Türe.

Der TomSchopper Versteher weiß nun was kommt … ihr noch nicht, darum liest bitte gebannt weiter.

Natürlich riss ich die Eingangstüre weit auf. Bereit die Göttin zu schützen schritt ich mit Schild und Schwert in den Gang … mitten in meinen LieblingsRauchfangkehrer hinein.
Da er mich schon seit über 18 Jahren kennt, musste ich ihn diesmal gar nicht so lange reanimieren. Sein Lehrbub kennt mich jetzt auch schon ein bisschen besser. Ich mag mir gar nicht ausdenken, wenn da zwei alte Damen von den Zeugen Jehovas oder gar der Gerichtsvollzieher draußen gestanden hätten. Drum kann ich euch ohne Zwangsjacke eine weitere unglaubliche Geschichte erzählen.

Die sich auch genauso zugetragen hat. DackelblickSchwur.
© Tom Schopper

 

RUNA Halloween Warnung

Liebe Kinder.

Jetzt mal ganz ernsthaft.
Haltet euch von meiner Wohnungstüre fern … denn ich sehe immer so aus … ihr auch?

Jetzt könnt ihr Papa und Mama fragen ob das legal ist und eine Regulierung für Halloween besteht. Sie werden euch auch sagen, dass es nur eine Regel gibt:

Weg von meiner Türe.

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Wartet lieber auf das Christkind, das ich bei mir im Keller eingesperrt habe und es nur freilasse wenn ihr die Halloween Regel Nummer Eins gut verinnerlicht habt.

Frohes Totenfest, auch SAMHAIM (Winterbeginn) genannt.

 

Achtung! Es folgt ein kurzer Nachdenker

Bald werden Urlauber mit Abzeichen ausgestattet werden.
Ich bin Tourist, bitte nicht integrieren!
und für Schwimmer an Ägyptens Küste:
Ich bin Tourist und schwimme urlaubstechnisch hier. Bitte nicht nach Griechenland bringen!
… und jetzt wieder zum Wetter.

Pokemon GO

Meine Tochter lernte in den 90ern alle Pokemons auswendig.

Ich war not very amused darüber und sagte ihr bei jeder Gelegenheit:

„Bitte Kind lern was Gescheites das du für dein Leben auch brauchst.“

 

Heute sagte sie zu mir: „Papa fürchte dich nicht. Ich kenn die Gfrasta alle. Bleib dicht bei mir dann passiert dir nix“. …. und lief gegen einen Handymast.

Jetzt kommt die Hochwasserzeit mit voller Wucht.
Darum wäre es auch wichtig, dass du auch nach vorne guckst wohin du läufst.
Noch wichtiger wären und sind meine Urban Survival Tipps, die du dir unbedingt reinziehen solltest.

Macht es gut Kinder der Sonne … denn das echte Leben ist wirklich da draußen.

Wo ist Norden?

 

„Wie finde ich Norden auf meiner analogen Uhr?“

©by Tom Schopper

Mit diesem Trick kannst du nicht nur deinen Nachwuchs begeistern sondern dir auch ein hoffnungsloses Verirren in der Endzeit ersparen. Auf der nördlichen Erdhalbkugel funktioniert das wie weiter unten erklärt.
Warum auf der nördlichen?
Weil die Sonne nur am Äquator direkt über der Erde steht, wir im Norden sehen die Sonne südlich stehen. Das heißt, zu Mittag wird dein Mittagsschatten direkt nach Norden weisen und zu keiner Tageszeit zeigt dein Schatten nach Süden.

„Cool, da brauch ich ja keine analoge Uhr dazu!“, wenn du dies jetzt vor Entzücken ausgerufen hast, dann bist du Kandidat für Verirren und Verhungern im Wald, deshalb solltest du unseren heutigen RUST besonderes Augenmerk widmen. Denn was machst du in den Morgen- und Abendstunden? Auf den kommenden Mittag warten?

Darum nehme eine analoge Armbanduhr (jede tragbare Uhr mit Zeigern), richte den Stundenzeiger auf die Sonne aus. Vergiss nie bei Sommerzeit eine Stunde wieder zurückzustellen, denn die normale Zeit ist die Winterzeit. Nimm den halben Weg des Stundenzeigers zur 12 (rückwärts), nun hast du Norden. Eigentlich ganz einfach wenn man weiß wie es geht.

Automatische Uhren sind für den Survivalgebrauch batteriebetriebenen Zeitmessern vorzuziehen. Aufziehen solltest du nicht vergessen dann kannst du sie noch verwenden wenn die Batterien der anderen schon längst entleert sind.

 

Nun trägst du das Wissen in dir um mit einer analogen Armbanduhr und der Sonne Norden zu finden.

Jetzt greifen wir weiter nach den Sternen in diesem Fall unserer Sonne. Durch die Erdrotation bedingt steht sie am Morgen im Osten und verschwindet abends im Westen aus unserem Blickfeld.

Wenn du mitten im Wald herumirrst, dichter Nebel weitere Sicht verhindert und schwerer Regen dich total einnässt, dann bringt es auch wenig stundenlang in den dunklen Himmel zu starren, um den wahrscheinlichen Aufenthaltsort des zentralen Gestirns zu ermitteln, während es dir in den Kragen regnet. Hier solltest du die Stämme der Bäume genauer betrachten. Am besten Stämme von freistehenden Bäumen. Dort wirst du entdecken, dass immer auf einer Seite mehr Moos oder Flechten vorhanden sind. Das ist Norden. Die Methode ist im Vergleich zur Sternenorientierung ungenau.

Besser kannst du in dieser Situation ohne Hilfsmittel nicht die Himmelsrichtungen bestimmen. Im Winter, besonders im Frühjahr, siehst du anhand von Schneeverwehungen oder –Haufen wo sich Süden in etwa befindet. Da die südliche Seite direkter von den Sonnenstrahlen getroffen wird, schmilzt auch dort der Schnee schneller.

Die Baumstamm- und Schneemethode sind Werkzeuge um ungefähr Norden bzw. Süden zu ermitteln. Sie sind keinesfalls Werkzeuge für dauerhaftes Navigieren. Im Worst case wird nach drei Tagen deine Marschrichtung nicht Norden sondern Nordwesten sein.

 

FAQ

 

Hast du die magnetische Nadel, welche auf einem im Wasser schwimmenden Korken liegt und somit exakt nach Norden zeigt absichtlich vergessen?

Ja.


Warum?

Versuch dir einmal diese Methode bei satten Minusgraden oder einem Unwetter vorzustellen. Wind und Wetter nehmen stärker Einfluss auf deine schwimmende Nadel als das Magnetfeld unseres Planeten. Das geht für den Laien nur bei optimalen Bedingungen. Da gibt es keinen Frost, keinen Sturm und keinen Regen, nur Sonnenschein. Oh, die Sonne.

 

Zeigt das Moos an Bäumen immer nach Norden? Woher weiß das Moos das?

Moos und Flechten brauchen viel Feuchtigkeit. Niederschläge kommen bei uns in Mitteleuropa zumeist von Nord bis Nordwest.

 

Kann ich da jeden Baum dazu nehmen?

Idealerweise alleinstehende Bäume, welche dem Wetter ganz ausgesetzt sind.

 

Und wenn ich da keine eindeutige Richtung feststellen kann?

Sieh an höheren Bäumen hinauf. Auf der Nordseite sind, durch die Wetterausgesetztheit im Allgemeinen weniger Äste.

Bei Baumstümpfen (am besten frisch geschnitten) siehst du an den Jahresringen wo durch Sonnenbestrahlung die Jahresringe breiter wurden.

Faustregel: Dorthin, wo die Sonne scheint wächst alles schneller und diese Strahlen kommen bei uns in Europa immer aus der südlichen Hemisphäre.

Jetzt kannst du alle Ergebnisse zu deiner Entscheidungsfindung hinzuziehen.

 

Gibt es noch eine weitere Methode?

Ameisen brauchen es warm und trocken, daher bauen sie ihre Nester (sichtbar durch Ameisenhügel) an der Südseite von schützenden Baumstämmen. Diese Methode ist ebenso ungenau wie Moose und ungleichmäßiger Wuchs.

Es ist wie bei einer guten Recherche: Viele unterschiedliche Quellen führen zum Strom der Wahrheit.

 

RUNA URBAN SURVIVAL TIPP 13

©by Tom Schopper 

Survival TIPP 13

„Hoho, ich lieg im Wildwasser, wie komm ich da wieder raus? Teil II“ und „Funkt das bei Hochwasser auch? Teil I“.

 Wir haben bereits Urban Survival Tipp 13, kann uns das Unglück bescheren?

Wenn du dir diese Frage gestellt hast, dann bist du ein geeigneter Kandidat für unfreiwilliges Schwimmen in einem schnell fließenden Gewässer.

Wenn du, wie zumeist, ganz auf dich alleine gestellt bist, dann werden dir Tipp 12 und deine Schwimmkenntnisse sehr dienlich sein.

Der Faktor Zeit spielt eine große Rolle wenn du ohne Schwimmausrüstung ins Hochwasser gefallen bist. Trägst du einen Rucksack, der dich unter Wasser zieht, trenne dich augenblicklich von ihm und siehe, dass du ans Ufer bzw. ins rettende Kehrwasser kommst. Egal wie wertvoll der Inhalt für dich gewesen ist, nichts ist wertvoller als dein Leben. Auch aus diesem Grund solltest du bei Rettungsmaßnahmen darauf achten, dass schlussendlich nicht du das nächste Opfer bist. Siehe Rettung aus Wehranlagen (Tipp 12).

  

Ein sehr wichtiger TIPP bei Seilrettung durch Helfer aus dem Hoch- und Wildwasser:

         Wenn du das Seil oder den Wurfsack gefangen hast, drehe dich sofort in die passive Schwimmlage (Tipp 12), halte dabei das Seil mit beiden Händen fest an deine Brust gedrückt.

Der Grund dieser selten anmutenden Schwimmlage liegt darin, dass jetzt der enorme Wasserstrahl über dich hinwegzischt und nicht, wie bei normaler Schwimmlage mitten ins flatternde Gesicht. So bekommst du keine Atemluft.
Deine Retter werden sich auch sehr darüber freuen, denn so ziehen ein paar hundert Kilo weniger am Seil.

An dieser Stelle nochmals weil so wichtig: Binde dir niemals das Seil um dich oder deine Hand.

Never ever. Njet. Nada. Nema. Nix. Not.

TIPPs für den noch ungeübten Seilzuwerfer:

Wenn du denkst, dass du die Person welche du retten willst, locker auffangen und an Land ziehen kannst, dann hast du dich geschnitten. In deine Hand auf jeden Fall wenn das Seil brennend durch die Fäuste fetzt.
Also brauchst du im Idealfall Handschuhe, einen festen Stand (Im Idealfall sitzt du und hast deine Beine gut am Boden abgestützt), und freie Sicht auf den weiteren Flussverlauf.
Warum freie Sicht?
Weil du den Schwimmer im Worst Case direkt auf ein gefährliches Hindernis ziehst.
Solche Hindernisse sind tiefe Löcher im Wasser, schwere Walzen, Hindernisse in der Anlandungszone (Baumblockung, scharfkantige Objekte, Syphon, Unterspülungen und Co …).
Ein Idealer Sicherungsaufbau wäre, wenn mehrere Seilretter an idealen Rettungszonen hintereinander stehen.
Bedenke auch, dass du dich als Retter ebenfalls gut absichern sollst. Kalkuliere immer ein, dass dich der Bergungsruck stark nach vorne reißen kann und wird. Binde das Seil aber NIEMALS irgendwo fest!!!!!!!!!
Wenn sich das Rettungsseil um den Schwimmer legt, zieht es ihn auf dem Grund und er ersäuft.

Niemals Rettungsseil anbinden gilt auch für den Schwimmer.
Ideal wäre es wenn du das Seil um einen, nicht scharfkantigen festen Pfahl legst (ABER nicht darum, sondern im Winkel von etwa 45 – 90 Grad. Das Seil darf NIEMALS angebunden werden). Baum eignet sich ebenfalls dazu. Die Umlenkung reduziert die Zugkräfte aber bedanke, dass ein harter Ruck, der von dir ausgelöst wird, das Rettungsseil aus den Händen des Schwimmers reißen wird. Darum halte immer Blickkontakt mit dem Schwimmer. Wenn sich das Seil um dessen Körper gewickelt hat kann und wird ihn der Ruck in größte Lebensgefahr bringen.

Es gibt noch weitere Methoden, die kannst du in Kajakvereinen, Raftausbildungen, Rettungsausbildungen etc. in der Praxis erlernen. Das würde ich dir auch sehr nahelegen, aber für den Laien, mit den Ereignissen der letzten Tage konfrontiert, waren die obenerwähnten Tipps gerade richtig. Ersthelfen ja, aber nicht ausgebildeten Ersthelfern im Wege stehen. Sonst kannst du schnell selbst zum Opfer werden.
Selbstsicherung niemals vergessen.
Und hier geht’s zum Haftungsausschluss, der hier sehr wichtig ist.
Klick unbedingt HIER.

PS: Weiter unten geht’s mehr um andere Dinge, wie alpines Notsignal und Handy wasserdicht machen etc. .
Passt gut auf euch auf Kinder der Sonne.

 

 

 

 

 

 

Jetzt wieder zurück zu Zeit und zu den Ereignissen welche darin geschehen können. Als Pechvogel bist du es ja bereits gewöhnt, dass dramatische Ereignisse nicht, so wie in den Filmen aus Hollywood, mit Harfenmusik und in slow Motion ein rolliges Ende finden, sondern, dass bei dir, in deinem persönlichen Drama grad voll die Post abgeht.

Gerade eben erst bist du hundemüde gewesen und planlos durch den Wald getorkelt, dachtest dir wie ungerecht das Universum zu dir bisher gewesen ist, um mit einem Schlag 5 Meter abzustürzen. Empfangen vom eiskalten Wasser, nur mehr das Blubbern um dich herum, oben und unten vergessend, donnerndes Toben, dann plötzliche Ruhe. Durch die Strömungen gerettet bist du angelandet, mehr keuchend gekrochen als stolz fremdes Ufer betreten, aber dennoch wieder klar bei Sinn um die Kälte zu spüren welche sich langsam durch die Hände zu schleichen beginnt. Mit zittrigen Händen versuchst du dich deiner nasskalten Kleidung zu entledigen. Den letzten Knopf schaffst du nicht mehr und reißt dir das nasse Hemd vom bibbernden Körper. Stehst in dichter Uferböschung, nackt, mit deiner Kleidung um den Arm gelegt und während du dich nach Sonnenstrahlen umsiehst, die deine erste Wärmequelle darstellen, … wenn in genau diesem Moment dein nächster Gedanke: „Hoffentlich sieht mich so keiner“, war, dann haste noch genug Spaßvogelreserven in dir. Wärmt zwar nicht aber lachen schadet nie. Fast nie.

Jetzt wäre Zeit für das Hollywoodende.

Ich höre Stimmen.

 Guten Morgen. Wir sind mitten in meinen UST und nicht beim Happy End eines B-Movies, darum musst du nackig und sofort entscheiden wie es weitergeht, welche Prioritäten gesetzt werden müssen und welche Möglichkeiten es noch gibt.

Hast du deinen Rucksack im Wildwasser verloren, siehst ihn auch nicht mehr und die Topografie macht es unmöglich den weiteren Bachverlauf einzusehen, dann wäre genau jetzt Zeit für Plan B.

 

FAQ:

 

Wie bekomme ich mich gewärmt und meine Klamotten wieder trocken?

Sonnenstrahlung.

 

Feuer. Ja, das schreib ich jetzt so klar, denn wer nach der bisherigen Abfolge der Ereignisse noch imstande ist, nur mit den Hilfsmitteln der Natur (Feuer- und Magnesiumstein, Holzreibetechnik, Sonnenenergie etc.) ein Feuer zu entfachen, der kann es auch kontrollieren, sodass kein Waldbrand daraus entsteht und ich wieder auf den Haftungsausschluss hinweisen muss während mir hundert entfesselte Anwälte die Tagträume rauben.

 

Im Idealfall in Toms Hütte. Wo ich dich mit einem Becher warmen Tees erwarte, dort kannst du mir dann beim knisternden Kaminfeuer erzählen wieviele Rechtschreibfehler du bisher in meinen UST gefunden hast und wir lachen drüber.
Vielleicht.

  

Gibt es einen Plan B?

In normalen Zeiten und/oder wenn du weißt, dass du nicht von feindseligen Menschen umgeben bist ist das Absetzen eines ALPINEN NOTSIGNALS empfehlenswert.

 Wie geht das alpine Notsignal?

Zuerst in meinen Worten dann der Auszug aus Clinton T. Dents genialen Vorschlag der seit 1894 unter alpinen Notsignal bekannt ist.

In meinen Worten:

Schnapp dir etwas das Lärm erzeugt wenn du es gegeneinander schlägst. Ideal wären zwei armdicke, etwa 30 – 40 cm lange Holzstücke oder auch zwei faustgroße Steine. Jetzt kannst du beim Gehen alle zehn Sekunden einmal laut klopfen, das machst du ganze sechs Mal, dann eine Minute Pause … also genauso lange wie du geschlagen hast, dann beginnst du wieder mit dem Klopfen, sechsmal alle zehn Sekunden einmal. Dann lausche auf eine Antwort. Die Antwort besteht aus drei akustischen oder optischen Zeichen in der Minute. Alle 20 Sekunden ein Zeichen, dann ist eine Minute Pause und dann wieder alle 20 Sekunden ein Zeichen in dreimaliger Wiederholung. Wenn du das gehört hast sende erneut das Notzeichen. Lausche gut aus welcher Richtung die Antwort kommt und wie weit das Antwortzeichen entfernt war.

  Dents Kurzform:

Das alpine Notsignal wird optisch und/oder akustisch 6x in der Minute abgesetzt, eine Minute Pause, dann erneut 6x in der Minute.

Die Antwort besteht aus 3 Zeichen in der Minute, eine Minute Pause, dann erneut 3x in der Minute.

 

Das war kurz und knackig formuliert Mr. Dent. Danke.

 

  

Wie mache ich optische und akustische Notzeichen?

Steine und Holzstücke kennst du bereits.

Pfiffe, Rufe, Schüsse, Klatschen, Hupen sind die Top 5 der akustischen Vertreter.

Lichtreflexionen durch Spiegel, reflektierende Metalle. Besonders die Alufolie Tipp 2 eignet sich dafür hervorragend.

Optisch weiters durch winken mit farblich sehr auffälligen Kleidungsstücken.

 

Wenn die Welt in Ordnung ist, alle Systeme funktionieren, wie halte ich mein Handy wasserdicht damit ich einen Notruf damit absetzen kann und wie mach ich das?

Vorab ein TIPP fürs selbst gemachte wasserdichte Handy:

Nimm ein älteres Handy, ohne Touchscreen und Klappe, packe es in ein unbefeuchtetes Kondom, mach einen Knopf hinein und du hast jetzt ein absolut wasserdichtes, schwimmfähiges Kommunikationsgerät. Durch den dünnen Gummi hörst du sehr gut und wirst auch supermäßig verstanden. Sieht etwas gewöhnungsbedürftig aus … aber es geht um Überleben, nicht um Styling.

 

NOTRUF kannst du auch OHNE SIM-Card absetzen, und das geht so —> Das Handy ausschalten, gleich wieder einschalten bei der PIN Aufforderung 112 eingeben und SOFORT auf anrufen drücken. Der abgesetzte Notruf geht jetzt über alle Netze. Mit SIM-Card kannst du gleich 112 (Euronotruf) anwählen. Weitere Notrufnummern (Österreich): 140 Notruf für alpine Notfälle und 144 (Österreich) für medizinische Notfälle.

Je nach Netzanbieter gibt es Nummern wenn du an diese ein SMS sendest bekommst du deine GPS Koordinaten zugesendet.

 

 

Wie sieht Plan C aus?

Halte dich in Bewegung.

Das gilt ausschließlich!!!! wenn du komplett auf dich alleine gestellt bist und wirklich keine andere Wahl hast als dich selbst zu retten. Bei Bewegung bei starker Unterkühlung besteht die begründete Gefahr des Bergungstodes!

Lagere bei starker Unterkühlung die Extremitäten niemals über Kopfnivau.

 

Zieh dir auf keinen Fall die nassen Klamotten wieder an, denn die Verdunstungskälte kühlt deinen bereits unterkühlten Körper noch zusätzlich. Bleib solange in Bewegung bis du einen Zufluchtsort gefunden hast. Sprich, andere Menschen. Mache auf dich aufmerksam wenn du dich fremden Gebäuden näherst, denn nichts bringt einen friedlichen Menschen besser auf Berserkerstatus als eine Spontanselbsteinladung die nach nur einem Klopfen in der Stube steht. In deinem Fall nackig.

Hierbei kommt es auch auf den Grad des Zivilisation Rückschritts an, der mit dem Zusammenbruch aller Systeme einherging, welcher deine Flucht ausgelöst hat.

Kommst du zu unbekannten Menschen dann kannst du hierbei Hilfe in meinen UST 9 finden, die dieses Thema ansprechen.

 

Das war Plan C?

Ja. Funkt aber nur im Sommer und da auch nur wenn keine Erfrierung vorliegt.

 

 

Das war wieder ein Batzen wichtiger Infos für euch. Besonders die richtige Seilrettung aus dem Hoch- und Wildwasser lege ich euch nochmals ans Herz.

  

Wie geht es in UST 14 weiter:

„Was mache ich wenn am rettenden Ufer nicht eine warme Decke sondern der Braunbär auf mich wartet? Teil 1“

 

Jetzt kommt das Wichtigste:

 

Meine Lieben und diesmal auch die weniger Lieben! Jetzt versuchen wir gemeinsam einmal ernst zu bleiben. Nehmt euch zwei Minuten zum Durchlesen, sonst könnt ihr euch vermutlich noch Weh tun.

HAFTUNGSAUSSCHLUSS:

Weder der Herausgeber, Tom Schopper, RUNA oder RedTroll haften für Verletzungen, Sachbeschädigungen, Taten oder Todesfälle, die bei Ausführung der Urban Survival Tipps entstehen. Ich wiese darauf hin, dass alle Übungen, Vorschläge, Tipps und Anleitungen nur unter Aufsicht von fachkundigen Spezialisten ausgeübt werden sollen. Diese Tipps sind auch für Personen nicht geeignet, welche die Gefahren eines offenen Feuers, Blitzschlages oder Absturzes nicht anerkennen. Ebenso ist dieser kleine Ratgeber nur für Personen ab 18 Jahren geeignet.

Auch haften wir nicht für abgebrochene Fingernägel oder Schnittverletzungen die durch das Papier beim Umblättern verursacht wurden. Falls du über die Straße gehst und diese Tipps oder RUNA gerade liest, dann haften wir auch nicht dafür wenn du in ein Auto hineinläufst. Falls du aus diesen Survival Tipps ein Papierflugzeug bastelst welches: nicht weit genug fliegt; zu weit fliegt, dass es Terroralarm auslöst oder gar nicht fliegt; dann haften wir auch nicht dafür. Liest du RUNA oder diese TIPPS in der S- oder U-Bahn und lernst dadurch deinen neuen Lebensabschnittspartner kennen dann sind wir auch nicht für Folgen wie: Schwangerschaft, Scheidung und Streit verantwortlich. Runa, wäre zum Beispiel ein wunderschöner Mädchenname.

Wir übernehmen auch für Banken, Länder und Spekulanten keinerlei Haftungen. Ihr sieht, es ist gut, dass wir für alles eine Regelung haben … nur wohin hat uns dies geführt?

 

Haftungsausschluss 

in der CHRIS Übersetzung:

Anmerkung: Er ist einer der Hauptprotagonisten aus meinem Endzeitepos. Vorlaut aber gradweg, manchmal auch witzig, aber das solltest du selbst entscheiden:

Jetzt mal ernsthaft. Wenn du wirklich glaubst, dass der Osterhase nur zum Eierlegen da ist, dann hast du vollkommen recht, wird dir aber nix nützen wenn du den Wald anzündest in dem du dich gerade befindest, weil du statt einer Handvoll Zunder ein Osterfeuer entfacht hast und dich jetzt wunderst warum es plötzlich überall so warm wird. Den besten Ausdruck entwickelt dein Gesicht wenn du mit einem Taschenmesser einen Ast in stundenlanger Handarbeit absägst um dann festzustellen, dass dieser Ast den Baum vor dem weiteren Wegrollen getragen hatte. Seltsamerweise befindest du dich bei dieser unglaublichen Erkenntnis immer vor dem Baum. Hierbei sollten deine letzten Worte nicht: „Den Schopper verklag ich!“, sondern: „Oh, hätt ich bloß besser nachgedacht“, sein. Wenn du nicht checkst, dass auch kein noch so guter Gedanke das Wildwasser stoppen kann in dem du dich gerade befindest, weil du nachsehen wolltest wie kalt das Wasser ist. Dann helfen keine noch so guten Warnungen, Haftungsausschlüsse und sonst irgendeine AGB, auch keine Götter oder Zauberwesen. Du bist alleine mit deinem Schicksal, aber zur Freude aller hat dir Mutter Natur ein Hirn zum Benutzen mitgegeben. Falls du, und das nehme ich mal hoffnungsvoll an, ein kluger Mensch und leider mit der Natur und den Ereignissen in ebensolcher total überfordert bist, dann würde ich raten dich einer guten Gruppe mit erfahrenen Outdoor-Spezialisten anzuschließen. Jetzt zum Thema bei dem die meisten Unfälle passieren. Das Üben. Das alte Sprichwort: „Kein Meister ist vom Himmel gefallen“, musst du nicht unbedingt hochalpin Nachspielen. Beginne mit Wanderungen, idealerweise mit einem Wanderführer der sich wirklich auskennt. Wenn du direkt vom Sofa aus, welches du in jahrelanger Depression kaputtgelegen hast, auf eine 10 Kilometer lange Expedition mit 300 Hm aufbrichst, wird es dir, deinem Herz und speziell deinen Thromben nicht unbedingt gut tun. Beginne klein und steigere dich langsam. Wenn du während des Gehens noch reden kannst, hast du noch Reserven und bevor du jetzt jubilierend die Hausschuhe verlierst, vergiss niemals, dass du den Weg auch wieder zurückgehen musst.

Übungen mit dem Messer sollst du auf keinen Fall hemmungslos ausleben und dabei den kompletten Jungwald für eine wasserdichte Behausung umlegen. Es gelten Naturschutzgesetze und Eigentumsrechte. Darum ist Vorabinformation sehr wichtig. Es ist daher wirklich wichtig, dass du immer mit erfahrenen Guides übst, im Idealfall wissen sie gut über bestehende Gesetze und den logischen Menschenverstand bescheid.

Letzter Ratschlag: Wenn du zu einem Unfall als Erstretter hinzukommst, dann hilft dem Verletzten nicht, wenn du ihm juristisch einwandfreie AGBs und Haftungsausschlüsse aufs Gesicht legst sondern eine gute Erste Hilfe Ausbildung. Damit kannst du heute schon beginnen, Rote Kreuz, Samariterbund etc. bieten solche Lehrgänge an. Leistbar sind sie auch, also gibt’s auch da kein Herausreden auf Andere.

So, das wars fürs heute.

 

Kind der Sonne, achte bitte gut auf dich.

 

 

 

 

RUNA URBAN SURVIVAL TIPP 15

©by Tom Schopper 

Urban Survival TIPP 15

„Was mache ich wenn am rettenden Ufer nicht eine warme Decke sondern der Braunbär auf mich wartet? Teil 2“.

 

Unser Endzeitszenario spielt in der Zukunft, in dieser haben durch Anfütterungen und auch Dank der enthemmten Lebensmittelwegwerfgesellschaft die Bären (Braunbären) ihre natürliche Scheu vor dem Menschen teilweise abgelegt.

Im Normalfall wird dir bei deinen Wanderungen niemals der Braunbär begegnen. Falls du trotzdem einmal das unerwartete Vergnügen haben solltest, musst du hektische Bewegungen vermeiden. Ist der Bär noch weit entfernt ziehe dich langsam zurück, vermeide laufen und Bewegungen welche der Bär als Bedrohung empfinden könnte. Gehe am besten langsam rückwärts und sprich mit ruhiger Stimme laut. Es geht in dieser Übung nicht um das richtige vortragen von Schillers Glocke, sondern darum, dass du nicht ängstlich reagierst und Bruder Bär Zeit genug zum Abhauen bekommt. Ja, abhauen, denn zumeist sind die Hosen des Wanderers ebenso voll wie die des Bären. Daher schmeiße weder Steine noch Ähnliches auf ihn. Unterdrücke ebenso das adrenalingesteuerte Verlangen nach einem Selfie, Schnappschuss oder das Twittern dieses Ereignisses. Sich groß machen hilft nur bei Elchen und Eichhörnchen. Davonlaufen bringt, außer, dass dem Bären der Jagdinstinkt durchgeht, nichts. Bruder Bär rennt dreimal so schnell, ist zehnmal so ausdauernd, schwimmt und klettert schneller als du auf EPO. Kurzum, wenn Kollege Braunbär richtig böse auf dich wird hilft nur mehr das Totstellen. Das heißt, dass du dich auf den Bauch legst, die Hände am Nacken verschränkst und ruhig liegenbleibst. Im Idealfall erkennt der Bär, dass du keine Gefahr darstellst und lässt ab von dir. Wenn er aber hungrig ist und die Scheu vor dem Menschen auch kulinarisch abgelegt hat, dann … ja, dann haste dir vor deinem Vergehen das Davonlaufen erspart.

Gesichtsfeld ist beim Bären nicht besonders gut ausgeprägt, ebenso der Gehörsinn. Was aber Bären wirklich gut können ist Riechen. Darum richten sich Bären oft auf um so den Geruch des Umfeldes besser wahrzunehmen. Interpretiere es nicht als Angriff, gehe weiter langsam und ruhig, mit dem Gesicht zum Bären gewandt, zurück. Wenn du durch besonderes Pech genau zwischen Bärin und Junges auftauchst, dann ziehe dich sofort langsam und besonnen von beiden zurück. Mutter Bär wird mit Gesten ziemlich auszucken, leise wird sie dabei auch nicht unbedingt sein und wahrscheinlich einen Scheinangriff starten, aber egal was kommt … ziehe dich ruhig und vor allem langsam zurück. Keine Hände heben und keine Fotos!

Jetzt weißt du warum du im Survivalrucksack immer eine Reserveunterhose mitführen solltest.

 

Wie geht eigentlich Chris G. mit dieser Herausforderung in unserer Endzeit-Survivalgeschichte um?

Was vorher geschah steht hier —> HIER.

 

 

So:

 

Der Schatten der von oben auf ihn zukam bemerkte er nur aus seinen Augenwinkeln, den schweren Einschlag eines weichen, warmen, pelzigen Körpers, der ihn von den Beinen riss, dass er fast wieder in den reißenden Gebirgsfluss gefallen wäre, spürte er dafür umso mehr. Benommen blieb er auf dem Rücken liegen und starrte auf den kleinen Braunbären der sich kopfschüttelnd aufrichtete.

Brumm wurde schlecht vor Angst um ihren Sohn, geschockt starrte sie auf den Menschling. Oh, Friss, mein Junge. Dachte sie, während sie allen Mut der ihr von der großen Bärengöttin gegeben war, zusammennahm und mit ihrer tiefsten und bösesten Stimme den Menschling anbrüllte: „Schleich di. Putz di damischer Depp!“, aber der Menschling schien sie nicht zu verstehen, so tat sie was alle Mütter in dieser Lage tun. Sie stürzte sich den Abhang hinab um ihren einzigen Sohn beizustehen. „Friss mein Junge, bleib! Ich rette dich“, brüllte sie dabei.

Chris hörte die Bärin brüllen, er konnte sogar ihren schlechten Atem riechen und ihm wurde schlecht vor Angst. Er drehte sich auf den Bauch und legte seine Arme um seinen Kopf, sodass er das Gebrülle weniger hören konnte. Der Herzschlag pochte tief in seinem Kopf, der Atem stoßweise, die Finger taub vor Kälte, so verlor er sein Bewusstsein.

Brumm rutschte auf ihren breiten Hintern den Abhang hinab, stieß ihren Sohn leicht zur Seite und knurrte mit ängstlicher Stimme: „Schleich di. Wennst mein Sohn weiter Angst machst beiß i dir das Zumpferl ab!“, aber der Menschling schien sie nicht zu verstehen. Regungslos blieb er liegen. Dies nahm Brumm etwas die Angst, aber um genau abzuchecken ob noch weitere Bedrohungen von anderen Menschlingen zu erwarten waren, richtete sich Brumm auf. Ihre Geruchsrezeptoren registrierten alles, auch, dass der Menschling nicht nach Gefahr roch. Sie kam wieder auf allen Vieren zu stehen, ging näher auf Chris zu und schnupperte genauer an ihm. Sie zeigte hierbei keinerlei aggressives Verhalten und als sie den Routinecheck beendet hatte, brummte sie ihren Sohn an, der sich näher an seine Mutter geschlichen hatte um ebenfalls das seltsame Wesen zu begutachten. „Gehst weg!“, fuhr sie ihn an. „Wenn der aufsteht und dich beißt. Das ist zu gefährlich …“, sie hielt mit dem Schnuppern inne, wandte sich ihrem Sohn zu und brüllte ihn direkt an: „Wegen deinem Übermut sind wir in diese Lage gekommen. Hast du dir schon überlegt wie wir wieder die sandige Böschung hinaufkommen sollen? Und weg gehst jetzt Rotzbub!“.

Friss war angefressen, nie durfte er Spaß haben, immer nur das tun was Mama tat erfrischte ihn in seinem jugendlichen Übermut selten. Seit Papa in einer Frühjahrslawine zermahlen wurde, war Mama sehr übervorsorglich. Irgendwann musste er endlich auf seinen eigenen Beinen stehen, so knurrte er eingeschnappt und schlich sich weg von Mama und dem seltsamen Wesen um einen bequemen Aufstieg zu finden.

Chris kam wieder langsam zu sich, das Erste was er wahrnahm war das Knurren zweier Bärenmonster. Dann wurde es wieder schwarz um ihn.

Brumm sah ihren Sohn traurig nach. Es war nur mehr eine Frage von ein oder zwei Winterschlafzyklen bis Friss eigenständig geworden war und sie nicht mehr zum Überleben benötigte. Sie schüttelte sich um die düsteren Zukunftsvisionen aus ihrem pelzigen Kopf zu bekommen. „Ja, die Kinder. Immer nur Sorgen aber was verstehst du scho davon?“, knurrte sie Chris an, von dem sie jetzt sicher war, dass er keinerlei Gefahr für Friss darstellte, dann wandte sie sich ab und lief hinter ihrem Sohn her, der für ihre Begriffe viel zu nah am Wasser umhertollte.

 

 

Schön muss man nicht sein, nur Glück haben.

Wird Chris G. noch etwas in seinem Leben weiterbringen oder wars das schon? Erfährt ihr in den kommenden Geschichten der RUST.

  

Hard Facts:

In unseren Wäldern (Mitteleuropa) leben folgende scheue Raubtiere deren Ruf gefährlicher als die Realität ist: Braunbär, Luchs und Wolf.

Wirklich gefährlich sind Hunderudel, Elche und zornige Wildschweine.

  

FAQ:

 Warum wurde Chris so schnell ohnmächtig?

Bei Unterkühlungen kann es bei Lagerung der Extremitäten über Kopfniveau zum Bergungstod kommen. In Chris` Fall zur Ohnmacht.

 

Haben Bären wirklich Angst vor uns?

Ja.
Hätte ich ehrlich gesagt auch.

  

Hätte ein Bärenspray Chris geholfen?

In dieser Situation nicht. Wenn der Bär keinen Fluchtweg hat, greift er an und gegen eine durchgeknallte Mutter hilft kein Spray der Welt.

 

Und mit einer Waffe?

Töten ist kein Ausweg. Hier würde dir wirklich nur Kaliber 50 etwas bringen, aber bereits im Fluss hätte das Gewicht der Waffe zu deinem Ertrinkungstod geführt.

 

Warum muss ich auf dem Bauch liegen und die Hände in den Nacken legen, ich bin ja nicht bei der Airport Kontrolle?

So sind deine wichtigen Weichteile wie Bauch, Kehle, Gesicht und Eier geschützt, und über die verletzlichste Stelle, den Nacken, hast du deine Arme verschränkt. Bären brechen gerne den Brustkorb auf um an die für sie leckeren Innereien zu kommen.

 

Hätte Chris G. nicht wieder in den Fluss springen können um sich so aus dem Gefahrenbereich zu bewegen?

Was stand in den letzten Wildwassertipps? Du hast 2-3 Minuten um aus dem kalten Wasser zu kommen, jetzt wieder hineinzuspringen wäre dein hundertprozentiger Tod. Da sind deine Chancen beim Todstellen besser.

 

Sind Bären wirklich so schreckhaft?

Sie laufen auf keinen Fall mit dem Tötungsgedanken an die Menschheit durch die Gegend. Zumeist suchen sie Ruhe, Beeren, Wurzeln, Gräser und auch Blätter. Fisch, Schafe, Hühner und Rotwild nimmt er nicht dauernd zu sich. Menschen frisst er nicht … und die meisten Bären wissen das auch.

Werden wir Bären in den RUST noch öfters begegnen?

Nein, denn wir widmen uns den wirklichen Gefahren … deinem Unwissen.

  

„Wie finde ich Norden auf meiner analogen Uhr?“ und „warum brennt das Feuer nicht?“, gibt es demnächst in diesem Theater.

 

Ich hoffe gut unterhalten zu haben.

Es wäre mir auch eine große Freude wenn du mir lesetechnisch treu bleibst.
Weiterempfehlungen, aber auch Kommentare erhellen nicht nur die Dunkelheit meiner Depri sondern helfen mir auch in der Entwicklung.
Stöber und erforsche die große RUNA Welt, in die ich dich herzlich einlade.
Hab ein glückliches Leben, Kind der Sonne.
Tom S. aus W.